Nadelstiche
30. September, 2008 @ 19:03 | Kultur & Kontext |
Die Künstlersozialkasse wollen sie plattmachen (ja, ich weiß, das ist erst mal auf Eis, aber wie lange?), die Funkmikrophonfrequenzen werden ersatzlos (!) weggenommen, um sie meistbietend an die Mobilfunk-Betreiber zu verscherbeln - das mag alles auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber es zeigt doch ganz deutlich, wo der Schwerpunkt der Gesetzgebung liegt: auf Gewinnmaximierung und ganz gewiß nicht auf Kulturvermittlung.
Noch so ein Nadelstich: Künstlernamen stehen seit neuestem nicht mehr in den Ausweisen, weder im Reisepaß noch im Perso. Erst kürzlich wurde eine Rücknahme dieser Regelung abgelehnt. Mal abgesehen davon, daß ich ohne den Eintrag schon so manches Mal beim Paketabholen ein Problem gehabt hätte: hier geht es um Identität bzw. um deren Abwertung. Die Abschaffung der Eintragung dient der “Verwaltungsvereinfachung”? Da kann ich nur höhnisch lachen.
Kultur, so sie nicht auf den seltenen Wogen immensen finanziellen Erfolges reitet, wird in die Irrelevanz hinweginterpretiert; in Not geratene Künstler wären hilflos ohne gegenseitige Solidarität, und es ist bereits so weit, daß dreizehnjährige Cellistinnen, wie ich kürzlich im Deutschlandradio hörte, zwar liebend gerne Musik studieren würden, sich aber nicht trauen, weil das ja “finanziell so unsicher” ist. (”Dann mach ich halt Mathematik, da kann ich viel Geld verdienen…”).
Sven hat recht, wenn er an den oft verklärten “Armen Poeten” erinnert, der doch nun wirklich kein Ideal ist, sondern ein bedauernswertes Opfer der ihn umgebenden geistigen Verflachung und Ignoranz.
Es ist an der Zeit (das sagt ja auch der Text, den ich heute morgen fand), daß auch wir Kulturschaffenden lernen, daß wir keine Einzelkämpfer sein müssen. Und daß Angst meist ein schlechter Berater ist…
Kommentare (5)An die Gefährten…
30. September, 2008 @ 09:52 | Lyrik & Prosa &soweiter, Persönliches |
… die mit mir schwimmen:
Hier ist ein Fluß, er fließt jetzt sehr schnell.
Er ist so mächtig und reißend,
daß einige Angst bekommen.
Sie versuchen, sich am Ufer festzuklammern,
und das wird sie schier zerreißen - sie werden sehr leiden daran.
Ihr müßt wissen, daß der Fluß seine Bestimmung hat.
Die Älteren sagen uns: laßt das Ufer los,
stoßt euch ab, bis in die Mitte des Stroms,
und haltet die Köpfe über Wasser.
Und sie sagen: Schaut, wer da mit euch ist. Und feiert.
Zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte dürfen wir nichts persönlich nehmen,
am allerwenigsten uns selbst,
denn sonst kommen unser geistiges Wachstum und unsere Reise zum Stillstand.
Die Zeit des einsamen Wolfs ist vorüber.
Kommt zusammen.
Verbannt das Wort “Mühsal” aus eurer Einstellung und eurem Wortschatz.
Alles, was wir jetzt tun, muß auf eine heilige Art und Weise getan werden. Und im Feiern.
Denn wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.
(Prophezeiung der Hopi)
Kommentare (4)Hedwig and the Angry Inch
17. September, 2008 @ 22:01 | Persönliches |
Als ich heute abend nach Hause kam und den Briefkasten öffnete, fiel mir ein brauner Umschlag ohne Absender entgegen. Darin befand sich eine DVD, die mir soeben einen hinreißenden Abend bereitet hat. Worum es bei “Hedwig and the Angry Inch” geht, könnt Ihr hier nachlesen, ich empfehle aber gleich das Anhören eines der schönsten Songs aus dem Film:
(Ach, am besten beschafft Ihr Euch eh den ganzen Film, er ist wunderschön schräg, berührend und voll mit toller Musik… ich kann’s kaum erwarten, ihn den Jungs zu zeigen…)
Dem/der unbekannten Sender/in sei auf diesem Wege von Herzen gedankt!
Kommentare (7)Irland
16. September, 2008 @ 16:10 | Persönliches |
Zurück bin ich ja schon eine Weile. Aber da die Erkältung nochmals einen Großangriff startete und wir außerdem einen Auftritt beim Würzburger Fair Trade Festival hatten, komme ich erst jetzt dazu, die ganzen Bilder hochzuladen, wobei ich beinahe mein Ipernity-Account gesprengt habe… der “Rest” der Bilder ist hier zu finden.
Es war umwerfend schön. Ich werde auch noch einen kleinen Reisebericht schreiben, aber für heute gibt’s erst mal die Fotos.
Wiedergekommen bin ich mit einem Herzen voller Erinnerungen und einem Kopf voller Ideen. Bin gespannt, was daraus noch so alles wird…
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