Künstlernamen…
29. Mai, 2009 @ 21:23 | Zeit & Geist |
… stehen ja seit einiger Zeit nicht mehr in den Ausweisen. Weswegen ich meinen alten Personalausweis auch sorgsam hüte (normalerweise pflegte ich die Dinger häufig zu verlieren) und mir bereits vor dem Tag graute, an dem ein neuer fällig wäre. Als “Frau ohne Nachnamen” hätte ich mir spätestens zu diesem Zeitpunkt nämlich beim Abholen von Post und Paketen einigermaßen schwer getan…
Diese Sorge kann ich mir jetzt sparen. Mechthild Dyckmans, eine Bundestagsabgeordnete aus Kassel, hat sich des Problems angenommen und es geschafft, daß dieses dusselige Gesetz wieder geändert wird. Ab 1. November 2010 können Künstlernamen wieder eingetragen werden. Bis dahin werde ich es wohl fertigbringen, meinen Perso nicht zu verschusseln…
Besuchet die geliebte Bundesregierung…
25. Mai, 2009 @ 10:54 | Zeit & Geist |
… und erfreuet Euch an ihren Wohltaten!
Kommentare (4)Widerstand ist zweckmäßig
25. Mai, 2009 @ 09:00 | Öffentliche Ärgernisse |
Auf den Philippinen zeigte sich das rasch und deutlich:
MANILA, Philippines - President Arroyo ordered yesterday the Department of Finance to scrap the taxes imposed on imported books and reading material.
Press Secretary Cerge Remonde said the directive was prompted by a torrent of criticism on the move of the Bureau of Customs (BOC), which is under the supervision of the finance department, to impose the duties.
(Hervorhebungen von mir. Die ganze Meldung steht hier.)
Mir stellt sich die Frage, wie so eine Sturzflut von Kritik und Widerstand hier bei uns aussehen muß, damit sie Erfolg hat. Anliegen haben wir ja genug, leider.
Mich überkommen revolutionäre Gelüste…
Kommentare (1)Die Philippinen…
24. Mai, 2009 @ 09:19 | Öffentliche Ärgernisse |
… sind weit weg.
Trotzdem finde ich es erschreckend, daß über die dort seit Monaten die Gemüter erregende Verletzung eines internationalen Abkommens auf deutschen Internetseiten bislang kein einziger Eintrag zu finden ist.
Worum es geht: Im Jahr 1950 unterzeichneten die Philippinen das Abkommen von Florenz, das den Import von Büchern aus dem Ausland jeglicher Zollgebühren enthebt.
Wie sich allerdings zeigt, hält sich zunehmend niemand mehr daran. Seit Beginn dieses Jahres ist die Situation eskaliert. Die Buchhändler, mit massiven Verkaufsrückgängen konfrontiert, haben die Zollgebühren zähneknirschend bezahlt. Die Bevölkerung beginnt sich zu wehren. Nur - wo bleiben die Reaktionen aus dem Ausland?
“Bildung” verkommt offenbar weltweit zur bequemen Worthülse. Ein die Basis einer Gesellschaft konstituierender Wert ist sie schon lange nicht mehr.
Ein chronlogischer, aktuell auf den neuesten Stand gebrachter Verlauf der Dinge steht hier.
(via Emma Bull)
Kommentare (1)Wort zum Tage
23. Mai, 2009 @ 14:49 | Zeit & Geist |
“Das Grundgesetz ist das einzige Programm der bundesrepublikanischen Demokratie, das nicht vom Diktat einzelner Interessengruppen bestimmt ist, noch von perfektionistischen Weltanschauungssystemen sich herleitet.”
Ulrike Meinhof
Jugendschutz?
22. Mai, 2009 @ 18:03 | Öffentliche Ärgernisse |
Was auf jugenschutzprogramm.de als “Erotik” oder “Gewalt” gelabelt wird (z. B. die Seite von Sven, auf der weder das eine noch das andere zu finden ist), entlarvt meines Erachtens vor allem die galoppierende Paranoia der Betreiber… Und die Lust des Pöbels an der Denunziation.
Wer schützt die Jugend vor diesen angeblichen Jugendschützern?
Kommentare (5)Morgen…
22. Mai, 2009 @ 08:23 | Persönliches |
Wer neugierig ist, was ich morgen mache (und vielleicht sogar Lust hat, dabeizusein), klicke bitte hier…
Das Grundgesetz muß unter’s Volk!
21. Mai, 2009 @ 10:37 | Zeit & Geist |
Da hat Sven vollkommen recht.
Am übermorgigen Samstag bietet sich außerdem die Gelegenheit, dem mittlerweile ziemlich gefährdeten Gesetzeswerk zum 60. Geburtstag zu gratulieren.
Was sich mit der immer noch aktuellen Idee, weiträumig im eigenen Umfeld Grundgesetze zu verteilen, natürlich auf’s Trefflichste ergänzt.
Kostenlose Bestellungen (bis zu 5 Stück!) hier.
Schöne Einlegervorlagen gibt’s dort.
Kommentare (2)Wir können etwas tun
5. Mai, 2009 @ 13:56 | Öffentliche Ärgernisse |
Und zwar heute noch an unsere Europa-Abgeordneten schreiben.
Auf Netzpolitik wird gut und umfassend erklärt, worum es geht: am morgigen Mittwoch stimmt das Europaparlament über das Telekom-Paket und damit die neue europäische Telekommunikationsrahmengesetzgebung ab. Wie in jüngster Zeit immer häufiger bei politischen Entscheidungen, wurden auch hier in letzter Minute “Kompromisse” abgesprochen. Konkret sind die Netzneutralität und der Schutz der Grundrechte gefährdet.
Kontaktiert Eure Europa-Abgeordneten, explizit diejenigen der SPD und CDU/CSU und erklärt Ihnen, was Ihr als WählerInnen von ihnen fordert: nämlich den konsequenten Schutz ebendieser Rechte.
Mr. Topf hat einen dafür geeigneten Musterbrief verfaßt und zur Verfügung gestellt, den ich, leicht editiert, hier wiedergebe:
Sehr geehrte/r….,
ich schreibe Ihnen aufgrund der am Mittwoch bevorstehenden Abstimmung zum Telekom-Paket und der drohenden Einschränkung der freien Kommunikation im Internet sowie der Grundrechte der Internetnutzer.
Im Detail geht es um den Änderungsantrag 166 im Harbour-Bericht sowie den Änderungsantrag 138/46 im Trautmann-Bericht. Bei beiden wurden seit der ersten Lesung wichtige Sicherheitsmechanismen zum Schutz der Grundrechte und der Freiheit von EU-Bürgern verwässert. Ich bitte Sie daher, für die Wiederherstellung dieser Passagen zu stimmen.So wurde der Änderungsantrag 166 des Harbour-Berichtes durch eine Version ersetzt, die keinerlei schützenden Wert mehr hat. Es geht hier um Netzneutralität, also den diskriminierungsfreien Zugang zu Internetinhalten, welcher durch diese Änderung nicht mehr garantiert werden kann. So wurde auch ein schwacher Schutz gegen „Netzdiskriminierung“ komplett neutralisiert, so daß Internet-Anbieter aussuchen könnten, welche Inhalte, Services und Applikationen über ihre Netzwerke erreichbar sind. Dies bedeutet jedoch einen kritischen Eingriff in die Informationsfreiheit, wenn bestimmte Inhalte nur durch bestimmte Internet-Provider zugänglich sind. Hinzu kommt, daß auch kleine Inhalteanbieter, wie z.B. Blogs oder generell individuelle EU-Bürger, diskriminiert werden können.
Der Änderungsantrag 138/46 des Trautmann-Berichtes wurde ebenfalls durch eine schwächere Version ersetzt, welche zunächst eine Interpretation durch den europäischen Gerichtshof und Jahre der rechtlichen Auseinandersetzung benötigt, bevor die vor allem in Frankreich diskutierten „graduate response“/“three strikes“-Massnahmen damit abgewehrt werden können.
Mir persönlich ist es auch schleierhaft, wie man auf solche Ideen überhaupt kommen kann. Der Internetzugang wird in Zukunft unseren gesamten Lebensbereich beeinflussen: Telefon und Fernsehen (wie immer dies in Zukunft aussehen mag), ein Großteil der sozialen Kommunikation und Meinungsäußerung wird über das Internet abgewickelt werden. Diese Zukunft hat für manche Bürger heute schon begonnen und wird immer mehr bei uns Einzug halten. In solch einem Szenario eine Internetsperre zu verhängen, ist daher schärfstens zu verurteilen. Dies wird natürlich nicht dadurch besser gemacht, daß diese Sperren automatisch verhängt werden sollen. Unsichere WLAN-Zugänge oder Computerviren, die illegale Inhalte herunterladen, können ihr übriges tun, unschuldige Internetnutzer schnell mit einer Sperre zu konfrontieren.
Wir sollten uns daher genau überlegen, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. In einer, wo man nur einen Teil der Informationen abrufen kann, evtl. dafür bezahlen oder sich registrieren muss, um seine Meinung kundzutun, wo man mit einem versehentlichen Klick entweder seinen gesamten Internetzugang sperren oder gar eine Hausdurchsuchung heraufbeschwören kann (Stichwort: Internetsperren hier in Deutschland).
Oder in einer Gesellschaft, wo man sich frei und ohne Angst vor Konsequenzen äußern kann, wo man auf alle Informationen freien Zugang hat und wo nicht bereits ein falscher Klick ausreicht, um sich verdächtig zu machen. Ich bin für letzteres Szenario, denn dies wird der Demokratie gut tun. Wir haben jetzt die Chance, einen viel umfassenderen gesellschaftlichen Dialog zu erreichen als je zuvor. Wir dürfen uns diese Chance nicht verbauen und brauchen daher ein möglichst freies Internet.
Aus diesen Gründen bitte ich Sie, den von La Quadrature du Net zusammengestellten „Citizens’ Rights Amendments“ und den damit verbundenen Abstimmungslisten, die Sie hier verlinkt finden, zuzustimmen.
Trautmann-Report:
http://www.laquadrature.net/files/Voting%20list%20Trautmann%20Report-A6-0272-2009.pdfHarbour-Report:
http://www.laquadrature.net/files/Voting%20list%20Harbour%20Report-A6-0257-2009.pdfIn der Hoffnung, daß gerade die bevorstehende Europawahl Sie im Sinne der Bürger und nicht der Internet-Provider- oder Medienlobby entscheiden läßt, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
….
Eure Abgeordneten findet Ihr hier bei Abgeordnetenwatch.
Die Kandidaten für die aktuelle Wahl, die ja teilweise bereits Abgeordnete sind, stehen auch auf den Seiten der jeweiligen Parteien, dort ist teilweise auch gleich die E-Mail dabei:
SPD-Kandidaten
CDU-Kandidaten
CSU-Kandidaten
Die aktuellen CSU-Abgeordneten stehen hier.
Ran an den Speck!
Der fiese Frühlingsschnupf…
2. Mai, 2009 @ 15:14 | Persönliches, Öffentliche Ärgernisse |
… hat mich niedergestreckt. (Nicht die Pollen. Die gibt’s sozusagen noch als Dreingabe).
Und wenn ich mir angucke, was Sven soeben ausgegraben hat, dann sollte ich mich wohl geradewegs wieder in’s Bett verziehen. Mit einer dicken Decke. Über dem Kopf.