Karan

… supersonic butterfly

Brockhaus ade

23. Juli, 2009 @ 14:17 | Kultur & Kontext, Persönliches |

Im Bücherregal meiner Großeltern standen drei vereinsamte Bände eines Konversationslexikons aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Sobald ich lesen konnte, habe ich mir die geheimnisvoll-muffig riechenden Wälzer immer wieder gemopst und in den gesammelten, wenn auch teilweise bereits sehr veralteten Erkenntnissen der Welt geblättert.

Später kam dann der Brockhaus, ein ebenfalls großelterlich subventioniertes Riesenprojekt, das aber in mein Elternhaus einzog. Da hatte ich dann genügend Material, um mich “vom Hölzchen aufs Stöckchen” durch diverse Themen zu recherchieren. Es begann meist mit irgendeiner Idee, einer Frage, einer Unklarheit, woraufhin einer der schweren Bände aus dem Regal gezogen wurde. Am Ende waren es dann meist ein halbes Dutzend; ich lag auf dem Teppich und die Bücher drumherum. Das war immer wie eine Reise durch das Zeitgedächtnis. Und meistens landete ich bei völlig unerwarteten Dingen.

Mit Online-Lexika geht so ein Hüpfen von Link zu Link natürlich auch. Und das Gute ist ja, daß das dort enthaltene Wissen allen zur Verfügung steht und niemand dafür Unsummen hinblättern muß.

Daß sich die Druckversion des Brockhaus nicht mehr gewinnbringend unters Volk bringen läßt, ist logisch angesichts der Entwicklungen der digitalen Medien. Traurig ist es trotzdem. Denn freilich muß man, wie es in dem Handelsblatt-Artikel zum Ende der Brockhaus-Printausgabe heißt, “die Realitäten anerkennen”. Aber schön finde ich all ihre Konsequenzen, vor allem diejenigen, die “Entweder-Oder” heißen, deshalb noch lange nicht.

Ich hatte mir doch so gewünscht, mir irgendwann einmal, wenn es endlich geklappt hat mit dem berühmt und reich werden, so eine edle Ausgabe in die dann natürlich ebenfalls vorhandene Bibliothek stellen zu können, nebst englischem Ohrensessel und dazugehörigem Teetisch am Gartenfenster.

Wikipedia auf dem Laptop ist einfach kein ästhetisch befriedigender Ersatz.

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The Eagle has landed…

20. Juli, 2009 @ 00:01 | Allgemein, Kultur & Kontext |

tell your children, when.
Time won’t drive us down to dust again

Ich kann mich an die Mondlandung erinnern.

Damals gab es in meiner Familie insgesamt nur einen Fernseher, und der stand bei meinen Großeltern. Wo sich dann auch alle versammelt hatten.

Bis zum heutigen Tag weiß ich nicht, ob mich jemand aus dem Bett geholt hat, ob ich von selber aufgewacht oder gar so lange wachgeblieben bin. Jedenfalls hockte ich unter dem Wohnzimmertisch (der heute in meiner eigenen Bude steht), mit freiem Blick auf den Fernseher.

Auf die Fernsehbilder entsinne ich mich allerdings überhaupt nicht mehr; meine Erinnerungen sind komplett akustisch: ein intensiver innerer Abdruck dieser seltsam fernen, verrauschten Funksprüche in einer fremden Sprache, die gerade in ihrer Nüchternheit dem großen Ereignis so sehr angemessen schienen.

Nach 1969 folgten ja noch weitere Mondmissionen, und in ihrem Kielwasser gab es diverse Kinderbuchveröffentlichungen (ich wünschte, ich hätte diese Bände noch!). Die Grundhaltung war damals: alles ist möglich. Unbegrenzt wie der menschliche Forschungsdrang erschienen die Mittel und Gelegenheiten. Und ich frage mich bis zum heutigen Tag, wann genau das eigentlich gekippt ist. Es war wohl ein gradueller Prozeß…

EDIT:
Historisches und Aktuelles zum Thema Raumfahrt hat Martin wunderbar recherchiert und zusammengestellt.

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Kurzmeldungen

5. Juli, 2009 @ 21:03 | Persönliches |

- Das Future Music Camp war total klasse. So viele interessante und intelligente Leute auf einem Haufen zu treffen, hat wirklich Spaß gemacht!

- Die GEMA-Petition hat schon 88986 Mitzeichner.

- Wir hatten eine tolle Probe für Wien.

- Superwunderschöne Bilder von den Singvøgeln gibt’s bei Pepa.

- Ich hab’ jetzt Lust auf Met.

(Edit: Gelüsten soll man nachgeben… ;-) )

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Jetzt brauche ich…

2. Juli, 2009 @ 13:29 | Persönliches |

… mal eben eine Spontanheilung der Atmungsorgane, denn morgen Abend möchte ich gerne dort sein…

*röchel* *schnief* *hust*

Ich erhebe hoffnungsfroh ein Glas Holundersaft!

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