Karan

… supersonic butterfly

Bei akutem Meerweh…

26. November, 2009 @ 22:11 | Persönliches |

… sollte man sich diesen Film nicht angucken:

(Es ist einer der schönsten Filme, den ich je gesehen habe und ich glaube, er hängt - in Einzelteilen - bei der Du-Tube komplett online… kostet aber auch auf DVD nicht die Welt….)

Und was mach’ ich jetzt?
Ich will Muscheln, Seetang, Möwen, Seehunde, Felsen, Wellen, meinethalben auch Stürme und irischen Regen. Aber bitte jetzt. Sofort.

*SEUFZ*

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Halbmond

25. November, 2009 @ 22:12 | Lyrik & Prosa &soweiter |

… Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn…

(Matthias Claudius)

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Uni brennt

13. November, 2009 @ 10:48 | Kultur & Kontext, Öffentliche Ärgernisse |

Endlich.

Und ich hoffe, daß das viel, viel weiter geht als damals zu meiner Zeit die flammenden Proteste gegen das Hochschulrahmengesetz, die leider doch erfolglos blieben, weil es uns nicht gelang, weitere Teile der Bevölkerung für unser Anliegen zu mobilisieren.

Die derzeitige Bildungsmisere jedoch ist global; viel umfassender als nur auf die Universitäten beschränkt.

Es geht um nichts weniger als um die Umgewichtung unserer Gesellschaft durch die Unterwerfung von Bildung und Kultur unter die Gesetze der Marktwirtschaft - eine verheerende Fehlentwicklung, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg schleichend stattgefunden hat und deren Folgen jetzt allmählich denjenigen bewußt werden, die die Konsequenzen zu tragen haben.

Was derzeit angeboten wird, ist fast nur noch AUSbildung, nicht mehr Bildung. Letztere umschließt nämlich mehr als das Aneignen von Fertigkeiten, um dann mit deren Hilfe möglichst viel Geld verdienen zu können. Bildung bedeutet das Erlangen von Erkenntnissen. Solch ein Prozess ist immer individuell. Und nur er befähigt einen Menschen, einen wirksamen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft überhaupt leisten zu können.

Wenn, wie ich im Radio hörte, ein dreizehnjähriges (!) Mädchen erzählt, sie werde ihrem Traum, Cellistin zu werden, nicht folgen, weil man davon ja nicht leben könne, und stattdessen lieber etwas Einträgliches studieren, dann ist etwas faul in dieser Gesellschaft. Und zwar gewaltig.

Die (”Bildungs-”)Politiker salbadern von der “Umsetzung von Konzepten” - welchen Konzepten bitteschön?

Die hiesigen Bachelor- und Masterstudiengänge sind m. E. ebenso unausgegoren wie das achtstufige Gymnasium.

In Deutschland scheint es nicht um inhaltlich wertbringende Veränderungen zu gehen (an denen dann auch alle Betroffenen beteiligt werden müssen, also auch die SchülerInnen, LehrerInnen, StudentInnen und DozentInnen), sondern vor allem um eins: den Erhalt von Hierarchien und Verwaltungsstrukturen. Eine wirkliche Reform wird diese zur Disposition stellen müssen.

Bildung und Kultur sind keine Marktgrößen. Ein Staat, der diese Werte nur mit den Maßeinheiten der Ökonomie mißt, wird zu einem erstarrten System und verliert seine lebendige Struktur.

Ich wünsche den Studentenprotesten, daß der Funke überspringt. Auf Eltern, die die Nase voll haben von einer angeblichen Chancengleichheit für ihre Kinder, die doch nur auf dem Papier existiert. Auf Kulturschaffende, die den Wert der Wissenschaften kennen und deren Verfall aufhalten wollen. Auf alle, die noch einen Funken Geist in der Seele haben.

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Vor zwanzig Jahren

9. November, 2009 @ 13:56 | Kultur & Kontext, Persönliches |

Leben auf dem Lande, Leben in einem anderen Rhythmus, ohne Fernseher und Tageszeitung, die “Zeit” kam regelmäßig, aber spät, und die Deutsche Welle ließ sich nur bei guten Wetterverhältnissen und mit sattem Grundrauschen empfangen.

Leben in den Zeitaltern der Musik, Leben im Takt voller Tage. Der Lauf der Welt, der mich den Sommer über in Atem gehalten und in mir die Ahnung reifen gelassen hatte, daß die alte Ordnung und Versteinerung der politischen Verhältnisse schon bald nicht mehr gelten könnte, ging auch ohne mich seinen Gang. Ich hatte nicht das Gefühl, etwas zu versäumen. Ich war zuversichtlich.

Der neunte November war ein Donnerstag. Ich weiß nicht mehr genau, was ich an dem Tag gemacht habe. Ein paar Seminare, Shakuhachi-Unterricht, die Kammerchor-Probe am Abend. Der Tag endet früh im November in Devon, der Nebel breitet sich darüber und weicht oft erst am nächsten Vormittag.

Am Abend dieses nächsten Tages, also am 10., gab eine Freundin von mir mit einem Kollegen ein Folk-Konzert in meiner Lieblingskneipe, und ich hatte mich dort mit ein paar Freunden verabredet. Ich war den Tag über ziemlich beschäftigt gewesen, kam dennoch pünktlich, holte mir einen Cider, hängte den Mantel über den Stuhl und begrüßte die Runde am Tisch.
“Well, my dear”, sagte ein Kumpel “what do you say about the Wall having come down?”


???
!!!!!

Ich japste “I’ll be back soon”, ließ Cider und Mantel, wo sie waren, schnappte mir meinen Geldbeutel und stürzte aus dem Lokal, die Straße hinunter in die nächste Telefonzelle, die wunderbarerweise nicht von dauertelefonierenden Jugendlichen besetzt war. Kurz darauf hatte ich meine Eltern am Telefon.
“Wir sitzen seit gestern nacht vor dem Fernseher. Es ist unbeschreiblich. Zu den Verwandten im Osten kommen wir telefonisch nicht durch, die Leitungen sind ständig besetzt. Wahrscheinlich ist alles zusammengebrochen.”

Ich ließ mir berichten, hörte im Hintergrund die ungewohnt emotionsgeladene Stimme eines Nachrichtensprechers, Jubelrufe einer fernen Menschenmenge, Lachen. Sah hinaus auf die nächtliche, regennasse englische Straße; das Licht der Laternen färbte den Nebel golden. Ich hatte Tränen in den Augen.

Meine Familie war durch den eisernen Vorhang entzweigerissen worden; diejenigen, die es in den Westen geschafft hatten, hatten ihre Heimat verloren. Meine Großeltern hätten nicht damit gerechnet, eine Änderung der Verhältnisse noch zu erleben. Ich freute mich so für sie.

Ich wühlte in der Hosentasche nach ein paar zusätzlichen Münzen und führte ein weiteres Telefongespräch, mit meinen Verwandten in der DDR, die ich von England aus seltsamerweise problemlos erreichen konnte. Überbrachte Grüße aus Westdeutschland. Ein Wort, das als Zielangabe auf jedem meiner Briefe stand. Ein Wort, das es bald nicht mehr geben würde.

Ob ich es bedaure, zu jener euphorischen Zeit nicht in Deutschland gewesen zu sein?

Es hat Augenblicke gegeben, in denen es so war. Aber die blieben kurz. In England gingen die Uhren langsamer, zumindest in der friedlichen Ecke des Landes, in der ich lebte. Und dadurch weitete sich mein Blick. Ich sah hinüber auf den Kontinent, wie durch ein Fernglas, das die Dinge weit weg rücken ließ, aber auch ganz merkwürdig deutlicher sichtbar machte. Gemeinsam mit ein paar anderen Deutschen im “freiwilligen Exil” führte ich viele Gespräche.
Wir wurden hellsichtig. Und wir blieben nüchtern.

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Remember, remember…

5. November, 2009 @ 15:53 | Persönliches |

Ideas are bulletproof.

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