Aufklärung
23. Juni, 2009 @ 13:08 | Kultur & Kontext, Lyrik & Prosa &soweiter |
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
Immanuel Kant
 
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Juni 23rd, 2009 at 15:59
die frage ist, ob unsere medienlandschaft nicht dafür sorgt, das man fremdverschuldet-unmündig wird….aber das war ehedem noch unbe-kan(n)t
Juni 23rd, 2009 at 22:17
Fremdverschuldet-unmündig bzw. desinformiert bzw. künstlich dumm gehalten gab es schon zu Kants Zeiten - und zwar nicht zu knapp: darauf bauten die absolutistischen Monarchien schließlich auf. Kant meint mit “selbstverschuldet” “vom Menschen verursacht”, also nicht von Gott, der Natur oder dem Schicksal gegeben, sondern menschengemacht - und weil das so ist, lässt sich diese Unmündigkeit auch beenden, und zwar sogar als dumm-gehaltener bzw, für dumm verkauften Untertan. Mensch muss nur anfangen, selber zu denken, kritisch zu denken, Dinge nicht einfach zu glauben, sondern zu hinterfragen, dann gelingt die Befreiung aus der menschengemachten Unmündigkeit. Wobei die Befreiung des Denkens nur der erste Schritt ist - den zweiten machte man 1776 in Nordamerika und 1789 in Frankreich.
Juni 24th, 2009 at 08:40
Selba denken ist aber unbequem und beunruhigend.
Das Grauen der wirklichen Welt, in der auch heute letztlich nur das Recht des Stärkeren zu gelten scheint, ist wesentlich besser zu ertragen, wenn man halb betäubt ist. Von Religion, Drogen oder dem allgemeinen Getöse.