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Karan

… supersonic butterfly

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In der längsten Nacht …

21. Dezember, 2011 @ 23:55 | Allgemein, Persönliches |

Wintersonnenwende

… brennt ein Licht so klein
bald scheint die Sonne und
bald wird es Morgen sein …

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Knopf im Ohr

7. Dezember, 2011 @ 22:59 | Allgemein, Persönliches |

Mit dem Musikhören ist es bei mir komisch. Ich kann nicht gut etwas anderes nebenher machen, weswegen ich auch Parties mit Hintergrundbeschallung oder Musik im Restaurant extrem anstrengend finde. Eigentlich bin ich dabei am liebsten allein (mal abgesehen vom Musikfilmgucken mit meiner Band). Da sollte man meinen, daß ich dauernd mit Knopf im Ohr herumlaufe und meine privaten Soundtracks laufen lasse. Weit gefehlt!

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie es war, als ich das erste Mal Kopfhörer aufhatte. Zwar werde ich mir jetzt nicht die Mühe machen, zu schauen, welches Jahr das gewesen ist (und dann darüber erschrecken, wie furchtbar lange es schon her ist), will aber verraten, daß der Walkman da sozusagen der allerletzte Schrei war. Ich hatte natürlich keinen, im Gegensatz zu einigen Schulkameraden, mit denen ich auf Klassenfahrt war. Und bei dieser Gelegenheit bekam ich die Kopfhörer auch mal übergestülpt.

WAMM!!!

Ich habe keine Ahnung mehr, was für Musik da lief. Es muß irgendein damals populäres Zeug gewesen sein, aber das war gar nicht wichtig. Ich hörte, nein spürte plötzlich alles. In meinem Kopf. Zwischen meinen Ohren. In mir drin. Dreidimensional. Der Wahnsinn!

Es dauerte nicht lange, da besaß ich selber so ein Gerät, aber ich lief nicht mit zugestöpselten Ohren durch die Stadt. Körperlich in Bewegung sein und dabei Musik hören, das geht bei mir ebenfalls nicht gut. Es war damals eine Zeit, in der ich aufgrund großer räumlicher Entfernung zwischen Wohnsitz eins und Wohnsitz zwei relativ viel mit der Bahn unterwegs war. Und dort habe ich dann Musik gehört. Das war für mich der ideale Ort dafür.

Für bestimmte Strecken hatte ich Lieblingsmusiken: mit den Ausläufern des Spessart und dem buntsandsteinigen Maintal werde ich wohl auf ewig Charles-Marie Widors fünfte Orgelsymphonie verbinden, die ich bis heute fast auswendig mitsingen kann. Eine bestimmte Strecke zwischen Fürth und Nürnberg hat das Stück “Pastoral” aus “Visions of the Emerald Beyond” von John McLaughlins Mahavishnu Orchestra als Soundtrack. Immer noch, jedesmal, wenn ich da entlangfahre, habe ich es im Kopf. Und im Münsterland erklingt irische Gitarrenmusik.

Heute wäre das ja eigentlich auch noch möglich und viel einfacher und komfortabler, mit den winzigen Kopfhörern und noch winzigeren MP3-Spielern. Aber ich habe nicht mehr oft die Möglichkeit, irgendwo mit der Bahn hinzufahren, lange Strecken für mich allein, die innere und die äußere Landschaft in Einklang bringend. Und dann kommt noch dazu, daß ich MP3s nicht wirklich mag, sie klingen für meine Ohren flach und kalt. Wahrscheinlich würde ich erschrecken ´über einen Direktvergleich mit den schrottigen, rauschenden Kassetten vond damals. Aber kein modernes Abspielgerät hat es je geschafft, diesen Raum in mir zu erzeugen, diese Welt zwischen Ohr und Ohr, diese schier unendliche Weite im Hirn, in der Innenwelt.

Wie komme ich überhaupt auf all das? Ich las heute dies. Und habe mich erinnert. Am liebsten ginge ich morgen zum Bahnhof, kaufte einen Fahrschein nach M., nach B. oder gleich nach T. - aber was würde mir das nützen, ohne Walkman und ohne meine geliebten, längst verschwundenen Kassetten?

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Der Sommer der vier Meere, der heiße Herbst und der wilde Winter

4. Dezember, 2011 @ 23:35 | Allgemein, Persönliches |

Ja.
Ich lebe noch.
Und gern.

Es war der Sommer der vier Meere:

Meer im Blick

Meer im Rücken

Meer im Sinn

Meer im Herzen

(Auch wenn kniefieselige Leute behaupten, es wären geographisch, äh, ozeanographisch gesehen nur zwei und in Wahrheit eigentlich sogar nur eins. ;-) )

Es folgte ein ziemlich heißer Herbst.

Und jetzt peitscht der Regen auf’s Dach und ich habe das Gefühl, es könnte ein wilder Winter werden. In absolut positivem Sinn …

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Die Sprache verschlagen / lost for words

19. Mai, 2011 @ 16:38 | Allgemein, Persönliches |

Nach dem Atomunglück in Japan hat es mir irgendwie die Sprache verschlagen. Dabei ist so viel passiert seither, auch Schönes. Aber auch viel Schweres. Der Blick in die Welt wird mir manchmal schmerzhaft.

Und fatalerweise begann ich dann zu warten, auf irgendein riesiges, sinnfälliges Thema, über das ich schreiben könnte, auf eine lebensverändernde Erkenntnis, auf ein großartiges Ereignis… so lange, bis ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen konnte.

Wald, Bäume. Das wäre auch eine Idee, endlich mal wieder hinauszugehen in den Wald, in’s mittlerweile schon sattdunkle Grün…

******************************

I was somehow lost for words after the nuclear disaster in Japan. A lot has happened since then; nice things, too. But a lot of difficult ones as well. Sometimes I find it painful to watch the world.

And fatally enough I began to wait, for some kind of huge, obvious topic that I might write about, for a life-changing insight, for a great event… until I was unable to see the woods for the trees.

Woods, trees. That would be an idea: to finally go out again to the woods, to the green, which has already transformed into a luscious dark…

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Neustart - Hörsturz live III

1. März, 2011 @ 11:29 | Persönliches |

Es geht nun also wirklich aufwärts. Und obwohl das Gehör noch sehr empfindlich ist, bin ich mir ziemlich sicher, daß es sich wieder vollständig erholen wird. Der Tinnitus ist allerdings noch da, aber da soll ich einfach Geduld haben und bin auch nicht beunruhigt.

Wenn also Du, liebe/r Betroffene/r, irgenwann über diese meine Niederschriften stolpern wirst, was will ich Dir sagen? Was hätte ich selber gerne gelesen in dem Informationswust im Internet?

Das Wichtigste: bleib’ ruhig.
Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Mich selbst erfaßte ja auch totale Panik. Ruhiger wurde ich erst, als es begann, besser zu werden. Dabei ist innere und äußere Ruhe das, was in der ersten Phase am besten hilft. So schlimm es sich anfühlen mag: es wird wieder.

Meide Horrorberichte
Für Betroffene ist ein plötzlicher Hörverlust hochdramatisch, für Mediziner ein Routinefall. Laß’ Dich also nicht anstecken von gewissen Horrorberichten im Internet. Ja, es gibt Leute, bei denen Schäden zurückbleiben. Das sind aber statistisch gesehen die Ausnahmen. Diejenigen, bei denen alles wieder abheilt, schreiben eben nicht in Betroffenen-Foren.

Vertrau Deinem Arzt
Ja, die medizinischen Verfahren bei Hörsturz sind statistisch alle “umstritten”. Das heißt aber nix. Warum? Weil man bei dieser Erkrankung einfach schon aus ethischen Gründen keine Doppel-Blind-Studien machen und manche Patienten mit Placebos behandeln kann. Die quantitative Wirksamkeit von Maßnahmen wie durchblutungsfördernden Mitteln, Infusionen etc. mag nicht eindeutig belegbar sein, in der Praxis haben sie sich jedoch bewährt.

Vor dem Neustart: Runterfahren
Auch wenn Du meinst, daß Du eigentlich gar keinem Streß ausgesetzt warst, aber umso mehr, WENN Du welchen hattest: Jetzt ist Pause. Und zwar wirklich. Je konsequenter Du das am Anfang einhältst, desto schneller bist Du wieder fit.

Es braucht Zeit
Schwankungen sind normal. Das heißt nicht, daß Du einen Rückfall hast. Nur Geduld… (und das sagt Dir eine, deren starke Seite dies wahrlich NICHT ist… ;-) )

Sei nicht ängstlich, aber wachsam
Du kannst bald wieder beherzt in’s akustische Leben gehen. Mein Arzt riet mir aber, aufmerksam für die Warnzeichen zu werden und dann rechtzeitig (!) einen Gang herunterzuschalten. Er selbst hat bei (oft unbemerkter) Überlastung gerne mal ein vorübergehendes Pfeifen im Ohr. Das hatte ich gar nicht, bei mir waren’s Rückenschmerzen. Da gilt es nun, die richtige Balance zu finden, auf sich zu achten, aber - ganz wichtig! - ohne Überängstlichkeit.
Ich selber halte das jetzt so, daß ich mich ganz entspannt wieder einfädle. Ein wirklich anstrengendes Projekt habe ich allerdings abgesagt, was mir zwar überhaupt nicht gefällt, aber es ist besser so. Denn einen Rückfall will ich wirklich nicht haben!

Schulmedizin und alternative Methoden sind kein Widerspruch
Das gilt übrigens für alles, nicht nur für Hörverluste. Ich hatte das Glück, mit zwei Ärzten zu tun zu haben, die das beide so sehen, aber das ist gar nicht entscheidend - manche Mediziner sind fachlich klasse, haben aber einen sprichwörtlichen Tunnelblick. Hier darfst Du als Patient ruhig Brücken schlagen, auch wo’s die Ärzte selber nicht können.
Mir selber hat die TCM-Behandlung sehr geholfen. Aber es gibt auch viele andere Komplementärmethoden, die gut tun.

Gute Wünsche helfen
DANKE an alle, die mir gute Besserung gewünscht haben - hier im Internet und im “real life”. So etwas hilft. Ganz spürbar und real.

Auf Wiederhören!

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Ab und auf - Hörsturz live II

25. Februar, 2011 @ 17:40 | Persönliches |

Donnerstag, 24. Februar

In der Nacht habe ich kaum ein Auge zugetan. Das Kortison in mir arbeitet offenbar rund um die Uhr. Ich wanke zum Arzt. Mein Kreislauf kriecht vor sich hin, die Hände sind eiskalt, der erste Stich in meine ohnehin schon völlig blaue Armbeuge geht daneben. Also ist der andere, rechte Arm dran. Die Venen rollen sich ein, sobald sie die nahende Nadel erahnen. Irgendwie klappt’s. Mir ist zum Heulen.

Peinlicherweise habe ich eine veritable Nadelphobie. Mit Spritzen und dergleichen kann man mich jagen, und zwar auf den höchsten Baum. Mein Arzt ist sehr verständnisvoll, er kennt offenbar noch furchtsamere Patienten. Aber so allmählich reicht es mir mit der Piekserei.

Als die Infusion durchgelaufen ist, fühle ich mich, als hätte man mich durch den Hauptwaschgang gedreht. Nicht nur meine Ohren sind heute überempfindlich, alle Sinne sind überreizt. Ich gehe über die Straße und nehme die Menschen, die mir entgegenkommen, so intensiv wahr, als könnte ich in sie hineinsehen. Bestürzend empfinde ich die Isolation, in der wir uns alle bewegen. Ich flüchte nach Hause.

Dort ist für den Rest des Tages nicht mehr viel mit mir anzufangen.

Freitag, 25. Februar

Ich schlafe unruhig, aber etwas besser als in der Nacht zuvor. Am Morgen besuche ich den China-Doc. Er verschreibt mir einen neuen Tee für die nächsten drei Wochen und klärt mich erst einmal umfassend auf. Die Vorgänge beim Hörsturz beschreibt er sehr bildlich mit Vergleichen aus der Musikwelt, als ausgefallene Noise-Gates und Filter. Das Ganze ist offenbar viel mehr ein Steuerungsproblem (also im Hirn verortet) als eines der Ohren selbst. Es muß Frühwarnzeichen gegeben haben. Wie konnte ich sie übersehen? Einfach, weil ich sie nicht kannte. In den Ohren hatte ich nichts bemerkt, aber am Rücken, im Nierenbereich, hatte ich vor einige Zeit ganz arge Schmerzen. Auch das ergibt nach der chinesischen Lehre Sinn. Auf meinen Energiehaushalt achten - das muß ich erst einmal lernen. Ich bekomme die Adresse einer Shiatsu-Therapeutin.

Beim HNO-Arzt erfahre ich, daß heute kein Kortison mehr in der Infusion sein wird. Das Setzen der Nadel gelingt beim ersten Anlauf.
Ich darf mir aussuchen, ob ich mir die letzte der fünf Infusionen gleich morgen in der Bereitschaftspraxis geben lassen will (will ich nicht!) oder am Montag wieder vor Ort. Somit dürfen sich die Venen und ihre Besitzerin zwei Tage lang erholen.

Nach der Behandlung ist der Arm wieder eiskalt, die Hand blau, aber es geht mir besser als gestern. Diese Überempfindlichkeit ist nicht mehr da. Ich jage mir etwas zum Essen, aber hinterher muß ich sehen, daß ich nach Hause komme, weil der Kreislauf wieder schlappmacht. Daheim mache ich mir einen Kaffee.

Ich höre fast wieder normal. Noch ist da ein häufiges Schwanken, wechselnde Ohrgeräusche (sogar im rechten Ohr), aber das macht mir alles keine Angst, es fühlt sich einfach an, als ob das gesamte System wieder allmählich hochfährt. Ein sehr beruhigender Eindruck.

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Auf Wiederhören! - Hörsturz live I

23. Februar, 2011 @ 14:17 | Persönliches |

Zu plötzlichen Hörverlusten, Hörsturz, Tinnitus etc. finden sich im Internet fast nur Horrorgeschichten (obwohl es statistisch gesehen ja bei den meisten gut ausgeht) oder die ewig gleichen medizinischen Standardinformationen. Ich habe mich entschieden, meine persönlichen Erfahrungen einfach mal hier aufzuschreiben - vielleicht ist es ja ein wenig hilfreich für andere Betroffene.

Dienstag, 15. Februar

Irgendwie ist mir komisch. Ich fühle mich angeschlagen, weiß aber nicht wieso. Bekomme ich eine Erkältung? Mein linkes Ohr ist wie beschlagen. Abends gehe ich in eine wunderbare Musical-Aufführung und das Mißempfinden verfliegt.

Mittwoch, 16. Februar

Arbeit, Arbeit, Songschreiben. Nach dem Abmischen klingeln mir die Ohren, ich habe das Gefühl, einen Pfropf im linken Ohr zu haben. Lege mir über Nacht ein Körnerkissen darauf.

Donnerstag, 17. Februar

Ich sage alle Arbeitstermine ab und gehe sofort zum HNO-Arzt, denn auf dem linken Ohr kann ich fast nichts mehr hören. Wahrscheinlich ist es nur verstopft und er wird es mir reinigen.
Das Ohr ist vollkommen frei, nichts ist darin, das entfernt werden müßte. Ein Hörtest belegt einen fast völligen Verlust des Tieftonbereichs. Ich bekomme Tabletten verschrieben, durchblutungsfördernde Mittel. Und ein Muskelrelaxans.
“Haben Sie Rückenprobleme?”
Und wie! Seit Jahren! Immer wieder so gut wie möglich verdrängt. Schonhaltungen. Fehlhaltungen.
“Haben Sie Streß?”
Es war mir nicht bewußt. Aber offenbar hat das Schreiben von elf Songs in knapp über zwei Wochen doch Spuren hinterlassen. Es gab auch noch einige andere Belastungen bei älteren Menschen meines näheren Umfelds, denen ich beizustehen versuchte. Doch als Streß hatte ich das alles gar nicht wahrgenommen.

Ein wenig Recherche bringt ans Licht, daß das ziemlich typisch ist bei plötzlichen Hörverlusten. Die betreffen oft Menschen, die eigentlich gut zurechtkommen.

Will mir das alles etwas sagen? Will ich das hören? Offenbar nicht…

Freitag, 18. Februar

Mein TCM-Hausarzt ist aus dem Urlaub zurück und verordnet sofort einen unterstützenden chinesischen Tee. Ich stürze einen Liter des brackigen heißen Gesöffs herunter. Abends scheint es dem Ohr ein wenig besser zu gehen.

Samstag, 19. Februar

Jedes Geräusch tut weh. Ich ziehe mich in die absolute Ruhe zurück. Telefonieren ist auch mit dem gesunden Ohr unmöglich. Es wird immer schlimmer.

Sonntag, 20. Februar

Ich habe schreckliche Angst. Werde ich taub? Es fühlt sich an, als ob eine dicke Faust von innen in meinem Ohr steckt. Es wummert und rauscht, alle Laute sind dumpf, verzerrt. Die Orientierung ist schwer.
Ein lieber Mensch verlockt mich zu einem kurzen Spaziergang. Ich friere. Die Luft tut gut, aber hinterher bin ich wie erschlagen. Meine Nerven gehen mir durch. Ich habe Angst, daß das nie mehr weggeht.
Gute Freunde schreiben, rufen an, kurz und liebevoll, trösten, beraten, berichten von gut ausgegangenen Fällen aus der eigenen Umgebung. Balsam für die Seele.

Montag, 21. Februar

Ich wache auf und das Ohr ist freier. Allerdings ist der Hörsinn wieder hoch empfindlich. Ich stecke mir einen Ohrenschutz hinein und fahre zum Arzt. Der Hörtest belegt: es wird tatsächlich besser. Allerdings sind zwei Tinnitusse (Tinniten? Tinniti? Ja, wie denn nun?) hinzugekommen, einer hoch und sirrend, einer tief, wie eine rauschende Heizung.

Sie stören mich überraschend wenig. Im Studium hatte ich so was schon mal. Das war allerdings nerviger, ein monatelanges Dauergeräusch, akkurat auf dem zweigestrichenen B. Kam auch von der Halswirbelsäule und ging weg, als ich im letzten Jahr aus dem Wohnheim mit seinem durchgelegenen Bett fort und in eine WG zog.

Der HNO-Arzt empfiehlt Infusionen. China-Doc gibt grünes Licht. Morgen also an den Tropf.

Dienstag, 22. Februar

Ich habe auf ärztliches Anraten sämtliche beruflichen Termine für die nächsten vier Wochen abgesagt. Nur die Teilnahme an den FAWM-Over-Parties halte ich mir vorerst offen; professionellen Hörschutz habe ich, und das ist ja auch keine anstrengende Sache. Wird aber nur gemacht, wenn der Arzt zustimmt.
Fühle mich unwohl bei all den Absagen. Es wird ja langsam besser, muß ich mich da wirklich so lange schonen?
Ja, ich muß.
Ok, ich hab’s endlich kapiert.

Über mir baumelt ein durchsichtiger Plastikbeutel mit durchsichtiger Flüssigkeit. Die zu unterschreibenden Nebenwirkungslisten waren haarsträubend. Der Medizinmann hat mich aber beruhigt. Ich bekomme nur eine Kurzzeitbehandlung.
Kraftvolle Mittel sind das: Kortison und ein paar andere Leckereien. Willkommen, tut euer Werk!

Hinterher bin ich hungrig, gönne mir einen edlen, leckeren Salat und schaffe es gerade so, nach Hause zu fahren, bevor ich auf dem Sofa umkippe wie ein gefällter Baum. Mir zieht es richtiggehend die Schuhe aus. Oh weh!

Mein wichtiges Rezept in der Apotheke einzulösen, vergesse ich völlig. Mein Hirn ist wie mit Pudding gefüllt.
Ein liebevoller Verwandtenbesuch mit Apfelkuchen und heiteren Gesprächen bringt mich wieder ein wenig auf die Beine. Abends werde ich mit Antipasti verwöhnt. Ich schlafe schlecht.

Mittwoch, 23. Februar

Infusion Nummer zwei. Der Arzt meint, dieser Schwächezustand sei vollkommen normal. Es könne auch geschehen, daß das Ohr wieder ein wenig “unruhig” wird, die Geräusche vorübergehend stärker. Kein Grund zur Beunruhigung!
Die kalte Flüssigkeit tröpfelt. Mein Arm fühlt sich an wie aus Eis. Ich lese ein Buch über tuvinischen Schamanismus. Und muß immer wieder lächeln. Die vielen verschiedenen Heilkünste sind keine Widersprüche. Sie können sich die Hand reichen.

Zum Glück werde ich abgeholt. Selbst fahren könnte ich heute nicht.

Wie es dem Ohr geht? Die Tinnitussis rüpeln darin herum.
(Mmmh, da steckt ein Song drin, her mit Bleistift und Notizblock!)

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Ein Licht

21. Dezember, 2010 @ 22:27 | Allgemein, Persönliches |

Frohes Jul!

Kein Feuer, kein Fest,
kein Tanz und kein Lied,
vom Jahr nur der Rest
wie Rauch sich verzieht.

Ein Licht brennt im Eis,
im Herzen, im Sinn.
Weiß mehr, als ich weiß,
sagt mir, wer ich bin.

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Feuersang-Met

20. Dezember, 2010 @ 12:52 | Allgemein, Persönliches |

Es gibt Schnaps-Ideen (aus denen wird meistens nix).
Und es gibt Met-Ideen. Das sind die richtig guten, inspirierten, die sich in die Tat umsetzen lassen und einen Rattenschwanz an schönen Erfahrungen hinter sich her ziehen.

Wir Singvøgel hatten also eine Met-Idee. Und der liebe Ragnar und die liebe Venayra von der Kraichgau-Brennerei halfen uns, sie wahr zu machen.
Feuersang Met

Metsieden ist ein Ritual. Ein ganz altes. Wenn man das mal gemacht hat, dann wird einem die Kostbarkeit dieses Getränks erst so richtig bewußt. Habt Ihr gewußt, daß 80% aller Pflanzen auf Fremdbestäubung, also auf Bienen angewiesen sind? Und diese lieben Tierchen lassen dann den Honig entstehen. Seit der Steinzeit wird er vom Menschen geraubt, äh, genutzt. Und auch damals schon als Met vergoren.

Für guten Met braucht es den allerbesten Honig. Ragnar achtet sehr auf die Qualität seiner Rohstoffe, und ich kann Euch versichern, daß man das auch schmeckt. Bei allen seiner Produkte.

Ich glaube, der Zauber des Mets liegt unter anderem darin begründet, daß so viele Wesen an seiner Herstellung mitgewirkt haben. Ich bin immer sehr dankbar, wenn ich davon trinke. Und sicher kommt es auch nicht von ungefähr, daß Met in der germanischen Mythologie der Trank der Kreativität schlechthin ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: da ist was dran, bzw. drin…

Wir haben unseren Met besungen, direkt in der Metsiederei. Diesen Mitschnitt des “Feuersangs” gibt’s als Download-Link auf jeder der Flaschen.

“Feurig” ist der Met übrigens im wörtlichen Sinn: er wurde gewürzt mit feinstem Öko-Chili.

Nun wollt Ihr bestimmt wissen, wo’s das Zaubertränklein gibt:
*klick*
:-)

Übrigens hat der Feuersang-Met einen doppelten Nutzen: wer ihn sich bestellt, bekommt nicht nur den leckeren Trink-Genuß, sondern auch das gute Gefühl, uns Singvøgeln bei der Produktion unserer fertig aufgenommenen CD “Für Zeiten wie diese” geholfen zu haben…

In diesem Sinne: Prost! Möge es nützen!

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Sometimes…

6. Dezember, 2010 @ 20:32 | Persönliches |

… I am so homesick for Devon that it hurts.

57 Dartmoor

When I went there for the first time, it just felt like home. More than any other place in the world. I stayed. And left again. For several reasons, some good, some bad - I wonder sometimes whether I got the balance right.

I wish I had photographs to make visible what I feel, what I remember:

The morning mist over the meadows below Dartington Hall.

Walking up the drive after an evening in town, smelling the autumn leaves.

Frost on the grass, crisp and white.

Wood smoke.

The yellow street lights in winter.

Listening to the singing rocks on a Dartmoor Tor.

The freezing wind on the beach, almost blowing me away.

Driving through deep fog to a friend’s house. Being welcomed with a hug and a cup of tea.

And so much more …

I know now why I am here. There are enough extremely good reasons to make me stay.

But it hurts.
Often.

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