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Karan

… supersonic butterfly

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Das zweite Sonett

31. Mai, 2006 @ 00:03 | Sonette |

Sie heißt Kalypso. Ihre Insel schwimmt
Im bodenlosen Meer, am Rand der Zeit.
Wenn sie Odysseus in die Arme nimmt,
So weiß sie: er ist nicht dazu bereit.

Sie lehrt ihn fühlen. Legt den Schleier fort.
Ihr Leib weist wie ein Kompaß weit voraus
Bis zu dem weltenfernen, heilen Ort,
Der alten Heimat und dem neuen Haus.

Die stumme Bitte wird ihm still gewährt:
Sie öffnet sich. Er schaut durch ihr Gesicht
Wie durch ein Fernglas, doch er sieht sie nicht.

Als er das Boot belädt und weiterfährt
Steht sie verschleiert, abgewandt am Strand.
Er blickt sie an. Und hat sie ganz erkannt.

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Das erste Sonett

30. Mai, 2006 @ 11:40 | Sonette |

Mich reizt das strenge Maß des alten Reimes,
Die feste Form, die ihn am Zügel hält.
Jedoch aus seinen Ritzen tropft Geheimes,
Gefährlich Ungewisses in die Welt.

Was ich verschweige, wag’ ich kaum zu denken
Und was ich sage, ist aus Stahl und Stein.
Ich möchte mich so gerne ganz verschenken
Und endlich nicht nur sagen, sondern sein.

Ich bin allein. Was ich noch spüre, sind
Die kargen Worte, die ich selbst ersann.
Geliebte Augen legten Schleier an.

In meinen Händen wird der Spiegel blind,
Das einst Vertraute: nicht mehr zu verstehen.
Ich muß ins ungereimte Dunkel gehen.

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