Ich bin die Katze auf der Wanderschaft.
Kühl und verhalten ist mein weicher Gang.
In meinen Krallen: messerscharfe Kraft.
In meinem Herzen: wilder Überschwang,

Den keiner sieht. Nur manchmal, auf der Jagd,
Gerate ich in Aufruhr und in Glut.
Ich stürme vorwärts, jäh und unverzagt,
Die Steppensonne brennt in meinem Blut.

Doch scheu bin ich, wenn du mich noch nicht kennst.
Wenn du mir nah kommst, fliehe ich vor dir,
Auch wenn du mich bei meinem Namen nennst.

In mir ist Unruhe, die nie vergeht.
Nur wenn ich frei bin, bleib ich gerne hier.
Die Treue halt ich dem, der mich versteht.

Das fünfte Sonett

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