Als Ariadne sich verlassen fand
Am fremden Strand im ersten Morgenlicht,
Da schrie sie nicht, zerriß nicht ihr Gewand,
Und keine Träne netzte ihr Gesicht.

Sie stand erstarrt, versteinert, wie aus Eis,
Herausgelöst aus Regung, Wunsch und Not.
Noch schlug ihr Herz, ihr Atem ging sehr leis,
Sie wartete auf nichts, nur auf den Tod.

Der Gott des Rausches und der wilden Lust
Fand halb erfroren sie auf nassem Sand.
Behutsam faßte er sie an der Hand,

Ganz zärtlich zog er sie an seine Brust.
Und ihre Tränen schmeckten wie das Meer
Nach Salz und Wärme und nach Wiederkehr.

Das vierte Sonett

Ein Gedanke zu „Das vierte Sonett

  • 14. August 2017 um 08:43
    Permalink

    Wunder-wunder-wunderschön! <3 <3 <3

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