Kinder, die in Baghdad ein Musikinstrument lernen möchten, haben es schwer: sie tun gut daran, nicht gerade Trompete oder Saxophon zu spielen, da sie besonders mit lauten Instrumenten die unerwünschte Aufmerksamkeit bewaffneter Islamisten erregen könnten. Auf dem Weg in die Musikschule werden die Instrumente aus Furcht gerne verborgen (ich frage mich, wie das mit einem Kontrabaß oder auch bloß mit einer sperrigen Oud gehen soll…)

Daß die Chinesen bekannte tibetische Sängerinnen und Sänger zum Schweigen bringen, überrascht leider nicht sonderlich.

In Europa passiert so etwas nicht? Falsch: Die Stadtverwaltung von Les Saintes Maries de la Mer in Frankreich hat denen dort alljährlich ein großes Pilgerfest feiernden Roma untersagt, auf den Straßen Musik zu spielen – was aber grundlegend zum Charakter der Feier gehört.

Diese drei Beispiele sind willkürlich aus einer Internetplattform herausgegriffen, die sich weltweit gegen Zensur und Unterdrückung von Musik und Musikern wendet und die ich Euch zur Lektüre und zum Verlinken empfehle:

http://freemuse.org

Am besten stellt Ihr Euch einen Beruhigungstee neben den Bildschirm, denn beim Lesen wird wahrscheinlich der Blutdruck hochgehen…

Freedom of Musical Expression
Markiert in:                     

Ein Gedanke zu „Freedom of Musical Expression

  • 16. Oktober 2008 um 19:24
    Permalink

    Erschreckend – da hilft auch kein Tee mehr. Trotzdem danke für den Link. Besonders erschüttert mich, dass nicht „nur“ bei den „üblichen Verdächtigen“, sondern auch in Europa Musiker verfolgt werden.

    Irgendwie „typisch“ ist auch, dass es in Frankreich wieder einmal gegen Roma ging – der Antiziganismus ist eine immer noch virulente Form des Alltagsrassismus, und zwar in ganz Europa.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.