Neinneinnein, werden sie sich wehren, die Juristen der GEMA, das hat schon alles seine von uns persönlich verfaßte und nach unserem Belieben ausgelegte Ordnung.

Ganz von vorne: Da organisiert also jemand ein Festival. Nicht irgendeines, sondern das größte des Ruhrgebietes. Frei finanziert, kostenlos für die Besucher, vielseitig, mit einem hohen Qualitätsanspruch und viel Raum für Nachwuchskünstler. „Bochum Total“ eben.

So etwas ist natürlich ein hohes unternehmerisches Risiko und wäre ohne gewaltigen Enthusiasmus überhaupt nicht möglich. Marcus Gloria ist einer, der das packt. Jetzt ist er allerdings froh, einen Anwalt zum Bruder zu haben, denn die GEMA hat ihn verklagt. 12000 Euro wollte sie für das letztjährige Festival kassieren. Gloria, lange im Geschäft, kennt jedoch seine Zahlen und weiß, daß dieser Betrag vollkommen überzogen ist – normal wäre die Hälfte, also 6000 Euro zu entrichten.

Eine Stellungnahme der GEMA war nicht zu bekommen, stattdessen flatterte die Klage ins Haus.

Marcus Gloria wird sich (hoffentlich!) mit Hilfe seines Bruders zu wehren wissen. Vielleicht sollten die beiden Barbara Clear auch gleich mit ins Boot nehmen. Denn eines haben die beiden Fälle gemeinsam: Willkür und Undurchsichtigkeit seitens der GEMA.

Übrigens: von den 6000 Euro, der regulären GEMA-Gebühr für „Bochum Total“, kommen bei den dort aktiven Künstlern nur 800 Euro an…

GEMA verklagt Bochum Total
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5 Gedanken zu „GEMA verklagt Bochum Total

  • 30. Juni 2009 um 21:10
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    Unglaublich aber leider darf sich die GEMA in unserem Land ALLES erlauben.

    Mein Vorschlag für die Künstler: Bei der GEMA sobald wie möglich austreten und jetzt gleich bei den musikpiraten (genauer gesagt in die Piratenpartei) eintreten.

    http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/content/home

    Mein Vorschlag für die Festival-Betreiber: lieber freie Künstler als so einen ekligen Verein.

  • 1. Juli 2009 um 15:44
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    Naja, das Kind mit dem Bad ausschütten muss man deshalb nicht und die GEMA gleich völlig abschaffen wollen – die GEMA ist prinzipiell eine gute Idee, also das, was sie eigentlich offiziell so will. Theoretisch. Praktisch braucht sowohl sie eine sehr umfassende Reform, damit sie das, was sie behauptet tun zu wollen auch tatsächlich tut – fair, transparent und im Sinne einer Förderung und Pflege von Kunst und Kultur (und all derer, die sich für solches krummlegen).

  • 2. Juli 2009 um 08:46
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    …als auch das gesamte Feld des Urheberrechts und des (davon völlig unabhängig zu betrachtenden!) Verwertungs- und Lizenzrechts.

    Damit Urheberrecht irgendwann mal wieder ein recht ist. Und nicht nur ein Witz.

  • 2. Juli 2009 um 21:11
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    Sven, die Piratenpartei will — entgegen dem was in den Medien rüberkommt — das Urheberrecht _nicht_ abschaffen. Sie wollen es reformieren. Von daher liegen sie denke ich sogar auf der Linie von sehr vielen kleinen Künstlern.

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