Es war Liebe auf den ersten Ton. Trotzdem nahm ich mir im Gitarrengeschäft fast einen ganzen Tag Zeit, mich mit ihr vertraut zu machen, ihre Klänge kennenzulernen, genau zu prüfen, ob sie wirklich zu mir passt. Denn sie war ein kostbares Geschenk lieber Verwandter.

Jedes Mal, wenn ich sie in die Hand nehme, bin ich aufs Neue dankbar dafür, dass ich eine Familie habe, die mir den Rücken stärkt und nicht in den Nacken fällt (ich weiß von Musiker-Kolleg_innen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist!)

Vor Holzroses Ankunft hatte ich mir mit Westerngitarren und ihren Stahlsaiten immer noch etwas schwer getan. Auf ihr lernte ich, damit umzugehen. Sie hat für eine stahlbesaitete Gitarre eine relativ niedrige Saitenlage, was meinem selbstgestrickten Zupfstil sehr entgegenkommt. Und ihr Klang ist einfach wunderbar klar und lyrisch. Wobei sie einen kräftigen Anschlag ebenfalls verträgt. Ein richtiges Allround-Instrument!

Nun gehen wir schon seit langen Jahren gemeinsam durch die Welt. Auf ihr sind viele meiner Lieder entstanden. Sie ist für mich beseelt. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich allen Instrumenten Namen gebe. Sie verraten mir meist recht schnell, wie sie heißen – bei Holzrose wusste ich es sofort! 😉

Gitarren sind Herdentiere – Teil 1: Holzrose