Der alte Astronaut schaut nachts zum Himmel und will mit den Sternen reden,
doch hört er nur die Autobahn von fern, denn Sterne reden nicht mit jedem.
Er dreht sein Teleskop zum Mond und sucht die Spuren seiner Schuhe,
die dort immer noch zu sehen sind im Sand, im Meer der Ruhe.

Und manchmal fragt er sich, ob er nicht nur geträumt hat, dass die Erde blau ist.
Er blickt am Morgen aus dem Fenster in den Tag, der nass und grau ist.
Er spürt die Schwerkraft in den Gliedern und ist froh, dass wieder eine Nacht vorbei ist,
und er seht sich nach dem Tag, an dem er frei ist.

Denn dann fliegt er heim zum Mond
und dann fliegt er heim zur Sonne
oh ja, dann fliegt er heim zum Mond
und dann fliegt er heim zur Sonne …

Und immer wieder kommen Menschen und sie stellen irgendwelche Fragen.
Dann will der alte Astronaut am liebsten lächeln und kein Wörtchen sagen
über die unstillbare Sehnsucht nach den unerreichbar fernen Galaxien,
nach der Sonne, nach dem Mond und nach den Sternen.

Der alte Astronaut kocht sich Kaffee und lässt die Zeitung ungelesen liegen.
Er hat genug vom immergleichen Streit und von den immergleichen Kriegen,
vom Lärm der viel zu großen Stadt, vom Wettstreit um Erfolg und Macht,
von alledem, was einerlei ist an dem Tag, an dem er frei ist.

Denn da fliegt er heim zum Mond …

© Karan

Heim zum Mond