In der Hafenbar nachts um halb zwei ist nichts los.
Seit ’ner Stunde schon sitz ich dem Kerl an dem alten Klavier auf dem Schoß.
Er spielt traurige Lieder, wieder und wieder,
ich lächle und fülle sein Glas, das immer schnell leer wird,
weil sein Herz schwer wird.
Irgendwo tickt eine Uhr.

Und der Wirt hinterm Tresen schläft beinah ein.
Er spült Gläser aus, wischt alle Tische ab, wäre viel lieber daheim.
Draußen kreischt eine Möwe und die Laterne wirft blasses Licht durch die Fenster,
wir sind Gespenster, farblose Wesen, Geister der heutigen Nacht.

Das Klavier ist verstimmt. Er will noch einen Korn.
Ich schenk ein und er trinkt, und wir wissen: wir haben uns beide verlorn.
Hier ist für uns kein Bleiben, was wir auch treiben,
bald schon dämmert der Morgen über dem Hafen,
wo soll’n wir schlafen,
gehen wir zu ihm oder mir?

Vor der Hafenbar nachts um halb drei weht der Wind.
Doch noch ruhen die Schiffe und sehen nicht, wie schrecklich alleine wir sind.
Hand in Hand und doch einsam, haben nichts gemeinsam,
die Flasche Korn unterm Arm geht langsam zur Neige.
Irgendwann zeige ich irgendwem mal mein Herz.

In der Hafenbar