Mutter, deine Kinderaugen haben den Krieg gesehen.
Mutter meiner Mutter, du flohst mit deinen Lieben, ließest alles liegen und stehen.
Mutter meiner Mutter meiner Mutter, du starbst so jung, ich weiß kaum was von dir.
All ihr Mütter meiner Mutter, ohne euch wär ich nicht hier.

Drum sagt mir:
Was habt ihr geliebt? Was habt ihr gehasst?
Was habt ihr errungen? Was habt ihr verpasst?
Was machte euch stolz? Was hat euch beschämt?
Was hat euch erfreut? Worüber habt ihr euch gegrämt?
Was hat euch getröstet? Was hat euch genährt?
Wogegen habt ihr euch nach Kräften gewehrt?
Was bekamt ihr geschenkt,Wofür kämpftet ihr hart?
Oh ihr Mütter meiner Mutter – ich möchte wissen, wer ihr wart!

Mutter, ich spür noch deine Zärtlichkeit.
Mutter meiner Mutter, ich hab dein Lachen noch im Ohr, nach all der Zeit.
Mutter meiner Mutter meiner Mutter, deine Liebe zur Musik lebt weiter in mir.
All ihr Mütter meiner Mutter, ohne euch wär ich nicht hier.

Drum sagt mir:
Was habt ihr geliebt? Was habt ihr gehasst? …

Manchmal hör ich euch flüstern, ganz leise im Wind.
Ihr sagt: „Wir sind bei dir, du bist unser Kind.“
In mir brennt eine Flamme, ihr habt sie entfacht!
Ich wärm mich an ihr in der dunkelsten Nacht.
Vielleicht finden wir uns, wo die Zeit nicht vergeht,
am Fuß eines Baums, der in Ewigkeit steht
im Garten der Liebe; behütet und warm,
denn die Mutter aller Mütter, sie wiegt uns alle sanft im Arm

Mütter meiner Mutter