In den letzten Tagen wurde ich immer wieder mal zu FAWM befragt: warum und weshalb und was es denn bringt und ob dabei überhaupt etwas herauskommt. Mit Duke habe ich mich auch lange darüber unterhalten.

Ihn fasziniert genau wie mich, daß das Ganze eigentlich eine riesige Baustelle ist, an der alle munter vor sich hinwerkeln. Und bei den Liedern, die dort jetzt zu hören sind, handelt es sich in den allerseltensten Fällen um komplette Produktionen. Es sind Entwürfe, Skizzen, gewissermaßen Song-Skelette. Das Fleisch auf den Knochen kommt später. Auch meine letztjährigen FAWM-Songs, die es ins Singvøgel-Repertoire geschafft haben, wurden noch ausgiebig behauen und beschliffen, bis sie schließlich zu ihrer endgültigen Form fanden.

Auch die Aufnahmen sind (wie bei den meinigen deutlich zu merken) rasche Mitschnitte. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mein kleines Aufnahmegerät ein bißchen besser kennenzulernen und ein paar Sachen auszuprobieren, die technisch nicht alle funktioniert haben, aber das ist völlig egal; wichtig war, die Gelegenheit zu nutzen.

So ein „Blick in die Werkstatt“ wie bei FAWM ist normalerweise im Kunstbetrieb absolut unüblich. Es kostet auch eine Menge Überwindung, derartige Rohbauten zugänglich zu machen. Möglich wird dies nur durch die großartige Community dort, den respektvollen und ermutigenden Umgang miteinander in den Kommentaren. Denn in einem Stadium wie diesem wirkt Kritik, auch gut gemeinte, sehr schnell vernichtend; da hilft die Benennung der Stärken und allgemeine Ermunterung viel mehr. Der März und die Zeit des Überarbeitens kommt früh genug…

Ach ja, Lieder habe ich natürlich auch geschrieben: „Der Wind macht mich frei“ handelt von meiner Sehnsucht, Fliegen zu können. Bei „Schweinehund“ geht es natürlich um ebendiesen. Und „Hundert Jahre Wald“ stammt von Wesen, die ebendies einst waren.

Neues von der Baustelle

Ein Gedanke zu „Neues von der Baustelle

  • 10. Februar 2010 um 12:18
    Permalink

    Ja, der FAWM ist eine „Schaubaustelle“ – das ist das Faszinierende, aber auch das Problem.

    Es kostet auch eine Menge Überwindung, derartige Rohbauten zugänglich zu machen.

    Beim NANOWRIMO (einem ähnlichen Wahnsinnsunterfangen) merkte ich, wie viel Überwindung es kostet, auch nur einen *Teil* des Rohtextes öffentlich zu machen. (Ich habe mich noch nicht einmal überwinden können, den kompletten Rohtext überhaupt jemanden zugänglich zu machen – also auch Freunden oder anderen Schreibern. Die Idee einer „Writing Community“ ist sicher gut, aber ich merkte, dass ich offensichtlich nicht „community-fähig“ bin.

    Mein innerer Zensor ist übrigens bemerkenswert trinkfest. Der Bursche ist noch fit, wenn ich zu voll zum Schreiben bin 😉 Ich seh es mal positiv: die Gefahr, dass ich das Saufen anfange, um Schreibblockaden zu überwinden, besteht damit nicht.

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