Der Mond hat keine Farbe, die Sonne macht ihn golden.
Die Nacht taucht ihn in Schwärze, die Erde läßt ihn kreisen.
In der Nacht ist nichts, wie es scheint.

Da draußen heulen Hunde, wie früher Wölfe heulten.
Die Bäume werfen Schatten, wenn die Laternen ausgehn.
In der Nacht ist nichts, wie es scheint.

Der Mond hat kein Gesicht.
Und doch tröstet er dich, wenn dein Herz hilflos weint,
weil du weißt, weil du weißt, dass nichts ist, wie es scheint.

Die Welt hat keine Farbe, die Nacht hat sie entkleidet,
hüllt sie in schwere Tücher, färbt sie wie Rost und Asche,
In der Nacht ist nichts, wie es scheint.

Wo tags die Rosen wuchern, da lauern Ungeheuer.
Wo tags dein Lächeln winkt, fällt es nachts dir von den Lippen,
In der Nacht ist nichts, wie es scheint.

Der Mond hat kein Gesicht …

Der Mond hat keine Farbe, die Sonne macht ihn golden,
die Nacht hat keine Schrecken, denn Grau ist keine Farbe.
In der Nacht ist nichts, wie es scheint.

Die Geister und Phantome sind Bäume und Gebüsche,
die Furcht in deinem Herzen ist nur ein alter Schatten.
In der Nacht ist nichts, wie es scheint.

Der Mond zeigt sein Gesicht,
du stehst in seinem Licht,
mit der Sonne vereint,
weil du weißt, weil du weißt, dass nichts ist, wie es scheint …

Nichts ist, wie es scheint