Vor 64 Jahren…
27. Januar, 2009 @ 23:54 | Persönliches |
… wurde Auschwitz befreit.
Vor einigen Jahren war ich bei einem beeindruckenden Vortrag von Anita Lasker-Wallfisch, einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz.
Sie erzählte aus ihrem Leben. Kristallklar. Ohne Haß. Diejenigen, die zu hassen wären, so sagte sie, seien längst tot. Die Aufgabe der Jüngeren ist es nicht, sich schuldig zu fühlen. Sondern nicht zu vergessen. Die Menschlichkeit über alles andere zu stellen. Wach zu sein.
Ein “Nie wieder!” reicht mir nicht, wenn ich an Auschwitz denke und an alles, was dem voranging. Es ist einfach, zurückzuschauen und sich von den Schrecken der Vergangenheit zu distanzieren. Aber die Schrecken der Gegenwart zu erkennen und, wo immer möglich, zu verhindern, noch bevor sie zu solchen werden, das ist eine andere Sache.
Bin ich wach genug?
(Martin schreibt auch was zum heutigen Tag.)
Kommentare (0)Na also, geht doch!
21. Januar, 2009 @ 00:10 | Allgemein |
Die Isle of Man will eine Kulturflatrate einführen und auf diese Weise für eine Legalisierung des Filesharing sorgen.
Ein Beispiel, das hoffentlich Schule macht.
Und wenn diese Einkünfte wirklich den Künstlern zugute kommen und nicht in irgendwelchen Verwaltungskanälen versacken, wenn dann auch noch ein einheitlicher, fairer Urheber- und Leistungsschutz drangehängt wird, der die GEMAfia und Konsorten entmachtet bzw. auf ihre eigentlichen Aufgaben zurückweist, dann wird daraus ein Konzept, das endlich mal die Realität berücksichtigt.
Kommentare (5)What if…
20. Januar, 2009 @ 23:26 | Lyrik & Prosa &soweiter |
… the mightiest word is love, love beyond marital, filial,
national. Love that casts a widening pool of light. Love with no need
to preempt grievance.
In today’s sharp sparkle, this winter air, anything can be made, any
sentence begun.
Ich könnte…
18. Januar, 2009 @ 21:13 | Persönliches |
… über so vieles schreiben. Über Erkältungen, Tee-Orgien, Hausmittel. Über ärgerliche Wahlergebnisse. Über bedrückende weltpolitische Szenerien. Über Perspektiven, Ängste und Zuversicht. Über Gitarren. Natürlich immer gerne über Gitarren.
Stattdessen schreibe ich gar nichts. Sondern erinnere mich an den Winter.
Als der Main schlief:
Und als weiße Nadeln sprossen:
Jetzt fällt Regen.
Kommentare (6)Skiiiifoahr’n!
6. Januar, 2009 @ 20:41 | Persönliches |
Vor 26 Jahren (!) bin ich das letzte Mal auf Skiern gestanden. Seitdem hatte ich weder Zeit, Geld noch Gelegenheit, es wieder auszuprobieren. Bis ich an diesem Wochenende einem familiären Ruf in den Bayerischen Wald folgte. Und bereits am ersten Hang feststellen durfte: ich kann es noch. Sogar die schwierigen Pisten. Das Gedächtnis der Körperzellen ist offenbar viel besser als das des Kopfes. Das ist ein Gefühl! Fast wie Fliegen. Geniaaaaal!
Seit den späten 70er/frühen 80er Jahren hat sich aber einiges auf den Pisten und beim Zubehör getan.
Klamotten:
Ja, sie sind vom Discounter. Aber so funktional, daß sie etliche Saisons durchhalten werden. Besonders der schmale Rucksack, den ich auch beim Radfahren verwenden kann, ist toll im Vergleich zu meinem alten, ständig rutschenden Wimmerl, das sowieso längst kaputt ist. Und die Handschuhe: Fäustlinge mit ganz dünnen Unterhandschuhen. Kalte Hände ade!
Schuhe:
Die Gabe einer lieben Freundin, der sie an den Waden zu eng waren. Sind sie mir auch, ein bißchen. Aber erst am 2. Tag. ![]()
Und sie tun’s. Werden mit Freude weiterbenutzt.
Stöcke:
Natürlich meine geliebten Teleskopstöcke von ca. 1980. Die modernen Stöcke sind viel leichter und haben klitzekleine Teller. Schauen eigentlich alle gleich aus. Ich bleibe gerne bei den alten Teilen - die einzigen Dinge meiner Uralt-Ausrüstung, die noch benutzbar waren.
Skier:
Zugegeben, der Gedanke, mich auf kurze Löffelbisquits zu stellen, war erst mal gewöhnungsbedürftig. Aber meine alten, abgewetzten Brettl hatten eine ähnliche Länge gehabt. Das neue Material verhält sich auf der Piste aber völlig anders. Carving-Ski sind extrem drehfreudig, jedoch bei Tempo etwas flatteriger als die schmaleren, geraden aus den 70ern (das kann aber auch daran gelegen haben, daß die Leihski eher für Anfänger gedacht waren und nicht für schnelle Geschwindigkeiten) . Die Eisgriffigkeit war aber bei jedem Tempo gut.
Ich habe Lust, verschiedene Längen und Macharten durchzuprobieren (Geht ja problemlos bei Skiverleihen). Carving-Ski sind insgesamt deutlich angenehmer zu fahren als das alte Material. Einziger Nachteil: Wedeln geht nicht mehr so gut. Die Beinhaltung ist breiter als früher. Einige wenige Leute waren noch mit alten, langen Brettern auf der Piste, das schaut schon eleganter aus. Aber was soll’s: mehr Spaß macht’s jetzt allemal!
Helm:
Hätte ich früher niiiie aufgesetzt! (Da fuhr ich in Jethose, Parka und Palituch.)
Testurteil: Super. Mit Stirnband darunter viel wärmer als Mütze. Und besserer Halt für die Skibrille, die mir damals immer gern von der Nase rutschte.
Lifte:
Alles geht schneller und leichter. 6-er Sessellifte mit bequemem Ausstieg. Es gab auch eine “Paternoster”-Gondel, in die man einfach während der Fahrt ein-und aussteigt.
Durch die flotteren Lifte gab es zumindest am Arber keine längeren Wartezeiten und kein Gedrängel. Wie das in anderen Skigebieten ist, weiß ich natürlich nicht.
Snowboarder:
Sitzen oft in Horden mitten auf der Piste rum, vollziehen gerne unberechenbare Wendemanöver, müssen in höchst uneleganter Haltung, mit den Bügeln zwischen den Beinen, die Schlepplifte benutzen, stürzen häufig und spektakulär. Meins is’ des ned.
Fazit:
Ich will wieder.
Nicht um jeden Preis. Auf braune Hänge, die nur um des Profits willen freigegeben werden und hinterher völlig kaputt sind, hab ich keine Lust.
Aber wenn die Schneelage so gut ist wie in diesen Tagen und sich eine Gelegenheit ergibt: sehr gerne!
Mitmachen! Gewinnen!
2. Januar, 2009 @ 08:22 | Persönliches |
(… und natürlich weitersagen…)
Kommentare (2)Unterhaltung
2. Januar, 2009 @ 08:21 | Kultur & Kontext |
“Nur” Zeitvertreib, Kurzweil, Freizeitvergnügen?
Will Shetterly schreibt:
“I see most entertainment as soporific propaganda, comforting people without challenging them. Organized entertainment is the successor to organized religion, another way to tell people to be quiet and trust their masters.”
Da hat er gewiß recht.
“Unterhaltung” bedeutet aber auch “Instandhaltung der Substanz”. Und da erkenne ich, ebenso wie Will, meine Herausforderung und Aufgabe.
Kürzlich hatte ich ein langes Gespräch mit dem Drehleier-Virtuosen und Straßenmusiker aus Leidenschaft Pol O’Ceallaigh. Einer seiner Sätze kam mir vor wie eine Prophezeihung. Er meinte, er mache sich gar keine Sorge um seine Existenz als Musiker, denn in Zeiten wie diesen lechzten die Menschen nach Unterhaltung.
Die staatlich gewollte Vernachlässigung von Kultur (die gefährdete Künstlersozialkasse und die unfairen GEMA-Richtlinien sind nur einige wenige Punkte, die sie offenbar werden lassen) wird uns nicht aufhalten. Wir bleiben dran. Jeder Akkord, den wir spielen, ist eine Stellungnahme gegen die Resignation. Und für freies Denken und Fühlen.
Mag auch die Masse nach dem hirnverstopfenden “Privatsender-Opium” greifen, es wird doch die Zahl derer zunehmen, die etwas anderes wollen: Bestätigung, Wagnis, Suche und Identität.
Kommentare (4)Neu. Ja.
1. Januar, 2009 @ 22:15 | Allgemein |
Kommentare (0)Zum guten Schluß
31. Dezember, 2008 @ 16:45 | Allgemein |
Wir haben die Existenz der Hölle widerlegt, so manchen faulen Zauber entlarvt und das kalte Land ertragen, in dem uns allerhand um die Ohren geflogen ist. Aber wir durften auch hinter grünen Hügeln rasten und wissen: es brennt immer noch ein Feuer für den Stamm…
Das einzig Sichere im Leben ist offenbar die Veränderung. Manchmal hilft es, die Dinge heute mal anders zu betrachten. Und alles wird lebendig. Auch und besonders für Zeiten wie diese.
Kommentare (2)Liebe Ella…
24. Dezember, 2008 @ 10:49 | Persönliches |
Du hast ja recht:
“Someday soon, we all will be together
If the fates allow
Until then, we’ll have to muddle through somehow…”
Das kriegen wir schon hin. Mit vereinten Kräften. Irgendwie. Sowieso. Und überhaupt.
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