FAWM over!
5. März, 2010 @ 22:30 | FAWM, Liederschreibseln |
Und ich brauchte erst mal ein paar Tage, um das alles sacken zu lassen…
Eigentlich muß ich gar nichts mehr schreiben, denn Duke hat’s schon wunderbar gesagt.
Aber ich will. Denn es war in diesem Jahr ganz anders als im letzten. Da hatte ich mich nämlich die ganze Zeit gefragt, ob ich das wirklich schaffe - und es war, bei aller Freude, wahnsinnig anstrengend. In diesem Jahr habe ich mir erlaubt, zu spielen. Habe Songtexte für andere geschrieben. Habe bei irrwitzigen “challenges” mitgemacht und dabei gelernt, daß man Songs in einer Stunde schreiben kann, habe eine von insgesamt 56 Parodien fabriziert, eine Geschichte von Duke weitererzählt, mich aus Zeitmangel leider immer noch viel zu wenig im Forum und im Chat herumgetrieben, wo es immer sehr lustig ist, gleich zweifach über FAWM resümiert - und einen Haufen Spaß gehabt. Weil es mir gelungen ist, mir einerseits überhaupt keinen Druck zu machen, mich andererseits aber trotzdem richtig reinzuhängen.
Toll war’s! Und das Allertollste war natürlich, daß Duke mit dabei war und ganz zum Schluß sogar Sven noch mit eingestiegen ist, obwohl er eigentlich überhaupt keine Zeit dafür hatte. Aber das Leben ist nun mal uneigentlich.
Jetzt freue ich mich wie Bolle auf die “FAWM-Over-Party” in London, wo Sven und ich die Singvøgel würdig zu vertreten zu gedenken (Duke kann leider terminlich nicht, aber im nächsten Jahr wird er einfach chloroformiert und auf die Fähre gezerrt….)
Kommentare (4)Frédéric hat Geburtstag!
1. März, 2010 @ 22:20 | Allgemein, Persönliches |
So ganz jung ist er allerdings nicht mehr…. Und völlig sicher ist er sich über sein Geburtsdatum auch nicht, aber ein paar Tage rauf oder runter ist eigentlich egal…
Mit 15, 16 war ich schon schwer in ihn verliebt. So sehr, daß ich ihn richtig beeindrucken wollte. Und infolgedessen ziemlich exzessiv Klavier geübt habe.
Am liebsten höre ich jedoch anderen zu, die seine Stücke spielen. Hier war ich übrigens im Publikum. Und der Mann am Klavier war damals 84 Jahre alt. Umwerfend. Unvergeßlich.
Also, Frédéric, falls Du dies liest: Je t’aime pour toujours…
Kommentare (4)Schwermetall…
19. Februar, 2010 @ 17:07 | FAWM, Liederschreibseln |
… gibt’s hier.
Und meine neuesten Lieder sind auch zu hören: “Schreibblockade”, “Meine Muse ist nicht nachtaktiv”, “Troll meiner Träume”, “Mit sieben Sinnen”, “Xenologismen” und “Schnee auf mein Herz”.
Waren intensive Tage…
Alles nur kopiert?
14. Februar, 2010 @ 15:56 | Kultur & Kontext, Liederschreibseln, Öffentliche Ärgernisse |
Es gibt nur zwölf Töne.
Es gibt nur 26 Buchstaben.
(Zumindest hier in unserem hiesigen westeuropäischen Kulturkontext.
)
Was also ist Originalität?
Das ganz Neue, nie zuvor Dagewesene?
Das völlig Unerwartete, jeglichen Rahmen Sprengende?
Solches existiert, aber es ist rar - und auch nicht unbedingt entscheidend originell.
Originell wird ein Kunstwerk, indem es das Eigene sagt. Berührend wird ein Kunstwerk, indem es denjenigen, der es wahrnimmt, an sein Eigenes erinnert. Wir sind alle Individuen (auch wenn manche “ich nicht” schreien
). Und wir teilen gleichzeitig unsere menschlichen Grundstrukturen, auch die kulturellen.
Inspiration ist nicht nur natürlicher Teil, sondern Voraussetzung jeglichen kreativen Ausdrucks. Wir stehen auf den Schultern unserer Ahnen.
Hätte Rainer Maria Rilke nicht gelebt, gäbe es wahrscheinlich kein einziges meiner Gedichte, zumindest nicht in dieser Form. Denn Rilke hat mich zutiefst inspiriert. An seinen Versmaßen, seinen Wortfindungen habe ich mich geschult. Über lange Jahre, bevor ich überhaupt selber eine Silbe auf das Papier brachte.
In der klassischen Musik gibt es eine wunderbare Form, “Variationen über ein Thema von…” Hier wird ein musikalisches Motiv eines anderen Komponisten aufgegriffen, variiert, in einen völlig anderen Zusammenhang gebracht. Immer ist dabei der Ursprung benannt und bekannt. Trotzdem handelt es sich bei den Variationen um ein völlig eigenständiges Werk.
Ich kann mir durchaus vorstellen, mal eine lyrische Variation über rilkesche Motive zu schreiben. Oder Songtexte von KollegInnen aufzugreifen und deren Thema in eine andere Richtung weiterzuspinnen. Bei beiden Aktivitäten wäre es mir aber eine Selbstverständlichkeit, die Inspirationsgeber zu benennen.
So und nicht anders funktioniert auch das heute vielzitierte “Copy/Mix/Share”.
In der aktuellen Rezeption werden aber oft nur zwei Extreme wahrgenommen: entweder wird eine Originalität postuliert, die überhaupt nicht existieren kann (denn, wie gesagt, es gibt nur zwölf Töne), oder es wird gleich behauptet, daß eh alle Autoren/Komponisten etc. “nur voneinander abschreiben” und Originalität im eigentlichen Sinne (was soll der dann überhaupt sein?) sowieso unmöglich ist.
Das ist mir beides zu eng gedacht. Und außerdem unlogisch. Denn irgendwo muß das Schreiben ja begonnen haben…
Die aus dem Geniekult der frühen Moderne geborene Attitüde “alles künstlerisch Wertvolle ist kontextloses Original” ist also ebenso Unfug wie “alles ist Kopie”.
Und ich weigere mich vehement, mich in einen dieser beiden überflüssigen Töpfe werfen zu lassen.
Zwischen der absoluten Eigenschöpfung und dem Plagiat liegt eine riesige Bandbreite. Es gibt unerhört Neues, es gibt eigenständige Werke, in denen die Einflüsse anderer deutlich sicht- und spürbar sind, und es gibt Kopien ohne nennenswerte eigene Schöpferkraft. Die Unterschiede sind erkennbar. Das Ganze ist also nicht beliebig, nur weil es kaum ein Schwarz oder Weiß gibt, sondern eine schattierte Grauzone.
Wer sich allerdings nicht die Mühe macht, sich seiner eigenen Ansprüche als Rezipient bewußt zu sein, dem kann man wirklich alles andrehen. Wohl bekomm’s!
(Als Künstlerin habe ich natürlich auch Ansprüche, unter anderem eben den, das, was ich aus einer Quelle schöpfe, mit meinem eigenen Aroma zu versehen, bevor ich es weiterreiche… Dazu gehört natürlich auch die Nennung meiner Quelle. Und das eigene Aroma wird die Hauptfarbe, der Geschmacksträger sein, nicht nur ein Hauch von Gewürz.)
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Ergänzung und Erklärung: ich schrieb dies, weil ich (wieder einmal) vernehmen mußte, daß wir Autoren ja doch nur alle voneinander abschreiben - ein beliebtes Scheinargument dafür, unsere Werke für “nicht schützenswert” zu erklären. Oder gleich für “nicht wert”?
Wer so argumentiert, erklärt meine Arbeit für wertlos. Das ist nicht nur eine totale Frechheit, die ich sehr persönlich nehme, sondern auch eine Haltung, gegen die ich mich aktiv zur Wehr setze.
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Ergänzung Nummer zwei:
Die berühmte “Causa Brecht” (Villon-Plagiate ohne Referenz) wird ja gerne als Rechtfertigung herangezogen. Nur, weil jemand Berühmtes plagiiert hat, soll es allgemein akzeptabel sein? Nö.
Niemand würde auf die Idee kommen, z. B. die Tat eines Bubi Scholz aufgrund seiner Berühmtheit für annehmbar und beispielhaft anzusehen… Das gilt für Brecht ebenso. Nur war’s in dessen Fall halt kein Kapitalverbrechen.
Aber richtig war es nicht, geschweige denn vorbildlich. Einzig, weil jemand mit so etwas durchgekommen ist, heißt es nicht, daß es dann automatisch ok ist.
Neues von der Baustelle
9. Februar, 2010 @ 20:35 | FAWM, Liederschreibseln |
In den letzten Tagen wurde ich immer wieder mal zu FAWM befragt: warum und weshalb und was es denn bringt und ob dabei überhaupt etwas herauskommt. Mit Duke habe ich mich auch lange darüber unterhalten.
Ihn fasziniert genau wie mich, daß das Ganze eigentlich eine riesige Baustelle ist, an der alle munter vor sich hinwerkeln. Und bei den Liedern, die dort jetzt zu hören sind, handelt es sich in den allerseltensten Fällen um komplette Produktionen. Es sind Entwürfe, Skizzen, gewissermaßen Song-Skelette. Das Fleisch auf den Knochen kommt später. Auch meine letztjährigen FAWM-Songs, die es ins Singvøgel-Repertoire geschafft haben, wurden noch ausgiebig behauen und beschliffen, bis sie schließlich zu ihrer endgültigen Form fanden.
Auch die Aufnahmen sind (wie bei den meinigen deutlich zu merken) rasche Mitschnitte. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mein kleines Aufnahmegerät ein bißchen besser kennenzulernen und ein paar Sachen auszuprobieren, die technisch nicht alle funktioniert haben, aber das ist völlig egal; wichtig war, die Gelegenheit zu nutzen.
So ein “Blick in die Werkstatt” wie bei FAWM ist normalerweise im Kunstbetrieb absolut unüblich. Es kostet auch eine Menge Überwindung, derartige Rohbauten zugänglich zu machen. Möglich wird dies nur durch die großartige Community dort, den respektvollen und ermutigenden Umgang miteinander in den Kommentaren. Denn in einem Stadium wie diesem wirkt Kritik, auch gut gemeinte, sehr schnell vernichtend; da hilft die Benennung der Stärken und allgemeine Ermunterung viel mehr. Der März und die Zeit des Überarbeitens kommt früh genug…
Ach ja, Lieder habe ich natürlich auch geschrieben: “Der Wind macht mich frei” handelt von meiner Sehnsucht, Fliegen zu können. Bei “Schweinehund” geht es natürlich um ebendiesen. Und “Hundert Jahre Wald” stammt von Wesen, die ebendies einst waren.
Kommentare (1)Nummer drei…
4. Februar, 2010 @ 23:16 | FAWM, Liederschreibseln |
… ist da.
Und ich lasse mich jetzt von einem 2007er Pinotáge Paarl sacht in den Schlaf wiegen…
Kommentare (0)Krimi 2.0
3. Februar, 2010 @ 09:22 | Kultur & Kontext |
Wenn wir schon von kreativen Herausforderungen reden: einer, der solche ebenfalls nicht scheut, ist der rührige Schauspieler Michael Jäger. Sei neuestes Projekt ist eine interaktive Krimiverfilmung: Auf Krimi 2.0 gibt es die Möglichkeit, nicht nur bereits das Genre des zu entstehenden Streifens mitzubestimmen, sondern später ebenfalls die Handlung, Schauspieler, Drehorte und vieles mehr. Irgendwo habe ich gelesen, daß man sich auch als Komparse bewerben kann. (Muß unbedingt herausfinden, ob die vielleicht sogar eine Band brauchen können, die irgendwo dekorativ im Hintergrund herumsteht, äh, spielt. ;-))
Ergänzung: mir ist eben eingefallen, daß die Musikindustrie (Betonung auf Industrie) eh eine Menge Themen und Material hergäbe - und ein prächtiges Sujet für eine bluttriefende Story. Vielleicht ginge es dabei dann auch um die skandalösen Machenschaften einer gewissen Verwertungsgesellschaft… (Man wird doch noch träumen dürfen.
)
Ich gucke ja aufgrund meiner Neigung zu verstörenden nächtlichen Remakes im Traum nur äußerst selten Krimis, aber diesen behalte ich natürlich fest im Auge. Wenn die Sache gelingt (und ich gehe definitiv davon aus, denn da sind durchgehend Profis am Werk), könnte sie eine Vorreiterrolle in der Entwicklung der neuen medialen Wirklichkeit einnehmen. Wenn, ja wenn dann auch der “Mainstream” bereit wäre, sich mal auf kreative Herausforderungen einzulassen…
Kommentare (1)Kreative Herausforderungen…
3. Februar, 2010 @ 09:06 | FAWM, Liederschreibseln |
… sind nicht jedermanns Sache. Einer, der jedoch geradezu danach giert, ist mein MitFAWMer Errol Elumir aus Toronto. Sonst hätte er wohl kaum den Wunsch geäußert, mal ein Lied auf Deutsch zu singen…
Errol ist ja ein unglaublich kreativer Kopf, dessen Tag meiner Vermutung nach 48 Stunden hat. Für die Vertonung dieses Textes wird er aber möglicherweise eine Sonderschicht einschieben müssen…
Ergänzung: Und der Spaß geht weiter! Ein MitFAWMer wünschte sich einen Song zum Thema “Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz”. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen.
Und freue mich wie Bolle, daß die liebe Helen (die ich letztes Jahr in London besucht habe) sich daran wagt, diesen Irrsinn zu vertonen und zu singen.
Ergänzung Nr. 2: Benjamin Nolan hat es auch erwischt. Er steht gerade auf Emo-Musik und bat um einen entsprechenden Text. Nunjaaaaaaa….
Nummer zwei: Wo gehör’ ich hin?
2. Februar, 2010 @ 14:57 | FAWM, Liederschreibseln |
Hier isser.
(Glaubt aber bitte nicht, daß das jetzt in dem Tempo so weitergeht. Ich hab’ diese Woche noch ganz schön was zu arbeiten…)
Kommentare (0)FAWM, Nummer eins
2. Februar, 2010 @ 00:11 | FAWM, Liederschreibseln |
Der Anfang ist gemacht. Ich zitiere einfach mal aus dem Singvøgel-Weblog:
Ein Monat ohne sonderlich viel Schlaf, mit medizinisch bedenklichem Kaffeekonsum, mit möglicherweise eher lose gestricktem Nervenkostüm und komplett ungezügeltem kreativen Bewegungsdrang. Der innere Kritiker wird in den Keller gesperrt und erst im März wieder stundenweise herausgelassen. Jetzt lasse ich erst mal etwas anderes raus: die lyrische Sau.
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Den ersten Text und das Demo gibt’s natürlich auch: entweder auf meinem FAWM-Profil oder gleich hier.
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