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Karan

… supersonic butterfly

Das alte Dilemma…

29. Januar, 2010 @ 09:51 | Öffentliche Ärgernisse |

… mit den “Ewig-Gestrigen”, den Rassenquasslern und Menschenrechtsverächtern, liegt in der Frage: wie geht diese Gesellschaft mit ihnen um? Explizit: was ist zu tun, wenn Neonazis sich in der Öffentlichkeit, z. B. an der Universität positionieren wollen?

SpOn illustriert diese Hilflosigkeit am Beispiel eines rechtsextremen Politikwissenschaftsstudenten an der Uni Magdeburg. Fazit der Ausführungen: Funktionieren tut nix.
Weder öffentliche Debatten im universitären Raum, die von den Rechtsextremen zur Selbstdarstellung vereinnahmt werden, noch studentische “Wurfübungen” mit Tomaten und Farbbeuteln, die nichts anderes sind als die Übernahme der Methoden der Gegenseite.

Einzig wirksam scheint mir die Herangehensweise eines Professors zu sein, der dem Kandidaten wissenschaftliche Inkompetenz attestiert (was in diesem Fall nicht allzu schwierig sein dürfte; rechtsextreme politische Thesen können allein aufgrund ihrer Einseitigkeit kaum so etwas wie wissenschaftliche Validität aufweisen).

Meines Erachtens greift aber die Betrachtung von Anfang an zu kurz. Da steht nämlich der verführerisch hilflose Satz:

Verbieten, bekämpfen, verjagen? Davon gehen die Neonazis nicht weg, sie werden nur unsichtbar - also gefährlicher.

Eine unbewiesene These.
Es geht ja hier nicht um das Verbot eines “nur unbequemen” Elements in dieser unserer Gesellschaft. Unbequeme Meinungen, Thesen, Theorien und Weltanschauungen sind notwendiger und belebender Teil jeder demokratischen Pluralität. Rechtsextremismus hingegen zielt auf die Aufhebung ebendieser Pluralität, auf die Zerstörung menschenrechtlich legitimierter Gemeinschaft. Und hat infolgedessen in dieser keinen rechtmäßigen Platz.

Meiner Meinung nach ist es genau umgekehrt: die Neonazis werden immer gefährlicher, je sichtbarer und hörbarer sich sich aufgrund dieser mittlerweile verbreiteten politischen und gesellschaftlichen Hilflosigkeit machen können.
Ihre Strategien richten sich außerdem - ganz trendgemäß - immer stärker auf den ausgewiesenen Raum des “Unpolitischen”, ja sie streben diesen geradezu an: im Wissen, daß er ihnen Sicherheit gibt, ihre Ideologie, ummäntelt als “Meinung”, als “persönliche Haltung, die ja umhimmelswillen nicht politisch verstanden sein will” unter’s Volk zu bringen. Was trefflich mit einer mittlerweile weitverbreiteten falschen Auffassung von Meinungsfreiheit zusammenfällt. Menschenverachtende Ideologien stehen nämlich außerhalb aller Gesellschaftssysteme, denen eine Kategorie wie “Meinungsfreiheit” eigen ist. Genau dort, wo sich tatsächlich der in letzter Zeit so häufig fehlzitierte “rechtsfreie Raum” befindet.

Eigentlich ist all dies bereits gesagt worden, in der Diskussion auf Svens Weblog. Bitte ganz lesen, auch wenn einem bei manchen Kommentaren das kalte Grausen kommen mag. Die im SpOn-Artikel aufgefächterte Hilflosigkeit mag einen dann wirklich nicht mehr wundern.

Der Neoliberalismus hat einen Begriff bis zur Unkenntlichkeit verformt und mißbraucht: Eigenverantwortlichkeit.
Hier jedoch kommt er in seiner Ursprungsbedeutung zurück ins Spiel. Wer die Mechanismen rechtsextremer Ideologien durchschaut und sie als inakzeptabel und zerstörerisch gegenüber freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsformen erkennt, wird nicht in die Falle tappen, ein Verbot und eine aktive Bekämpfung dieser Ideologien als “Zensur” oder “Gedankenverbot” zu brandmarken (und damit unfreiwillig genau die verquasten “Argumente” der Rechtsextremen zu übernehmen). Sondern sich selbst als Teil dieser Gesellschaft begreifen, “den Staat” also nicht als etwas, das ihm, dem Bürger, gegenübersteht, sondern als die Gesellschaft, deren Teil er ist und deren politische Handlungsfähigkeit immer auch von seiner eigenen Positionierung abhängig ist.

Kommentare (4)

UnGEMAch

24. Januar, 2010 @ 12:31 | GEMA, Kultur & Kontext, Öffentliche Ärgernisse |

Hier bei gulli.com steht’s: Barbara Clear hat ihre Berufungsverhandlung gegen die GEMA verloren.
Ich bin entsetzt, wütend und enttäuscht.
Aber auch überrascht?
Leider nicht völlig.

Im Gegensatz zu privatrechtlichen Abmachungen, bei denen durchaus in Betracht gezogen wird, was bei einem Vertrag intendiert ist (es also schwer ist, jemandem etwas ganz anderes zu verkaufen, als das, was er eigentlich haben wollte, siehe Verbraucherschutzgesetze), ist das beim gewerblichen Recht ganz anders: hier gilt ausschließlich, was im Vertrag schriftlich niedergelegt ist; sämtliche Zusatzvereinbarungen bedürfen der Nachweispflicht. Änderungen von Verträgen während ihrer Dauer sind also durchaus möglich und werden in den meisten Fällen nicht als sittenwidrig eingestuft.

Mit kaum zu überbietendem Zynismus nutzt die GEMA diesen Spielraum.
Dies zeigt sich auch in den bei gulli.com zitierten Äußerungen des GEMA-Vorstandsmitglieds Georg Oeller, der sich bereits vor einigen Monaten zum ersten Prozeß von Barbara Clear zu Wort meldete:

“Die Fragen des Rechts werden in Deutschland an ordentlichen Gerichten entschieden. Und da lassen wir uns nicht die Butter vom Brot nehmen. Wir gewinnen unsere Prozesse in dem Fall und dann ist es so.(…)”

Oeller geht aber noch weiter:

Dem Publikum der c/o pop erklärte er, dass es in Deutschland das Prinzip der Privatautonomie gäbe. Jeder könne für sich selbst entscheiden, ob er oder sie Mitglied der GEMA werden wolle.(…) Auch wies er darauf hin, dass die Interpreten genau wüssten, worauf sie sich bei der Vertragsunterzeichnung einlassen würden. “Wir treten in diesem Sinne auch nicht als Monopolist auf.” (…) Nicht er, sondern die Mitglieder würden über den Aufbau der Verwertungsgesellschaft bestimmen.

Tatsache ist: Die GEMA ist de facto ein Monopolist, denn es gibt keine andere gleichartige Verwertungsgesellschaft. Ob diese Monopolstellung jetzt von der GEMA selber so gewollt ist oder nicht, ist dabei vollkommen irrelevant. Das Problem ist auch nicht das Monopol per se, sondern die Art und Weise, wie die GEMA es mißbraucht.

Wer bei der GEMA einen Vertrag unterzeichnet, kann gar nicht dauerhaft wissen, worauf er sich einläßt, denn die Statuten können geändert werden - und während der letzten Jahre ist dies auch mehrfach passiert. Und zwar zu Ungunsten der mehr als 50 000 “angeschlossenen” und “außerordentlichen” Mitglieder, die dabei entgegen von Oellers Behauptung kein Wörtchen mitzureden hatten. Mal eben rasch austreten geht dann auch nicht; das habe ich aber selbst erst nach einiger Recherche herausgefunden.

Meines Erachtens agiert die GEMA scheindemokratisch. Nach außen in und in ihrer Eigendarstellung handelt es sich um einen Verein, in dem die Mitglieder Struktur und Richtung bestimmen. In Wahrheit jedoch tut dies eine kleine Minderheit, und die Mehrheit zahlt zwar Beiträge, hat aber keine bzw. nur stark beschränkte Rechte.

Es ist ein Unding, daß so etwas vertragsrechtlich überhaupt möglich ist. Hier aber kommt ins Spiel, was ich anfangs beschrieb: formaljuristisch ist dies in der Bundesrepublik Deutschland vollkommen legitim. Wenn auch ungerecht.

Was bleibt zu tun?

Es wäre tatsächlich wünschenswert, daß noch viel mehr betroffene Künstlerinnen und Künstler gegen diesen Irrsinn klagen, bis endlich eine Grundsatzdebatte auf politischer Ebene angestoßen wird. Das jedoch erfordert immense finanzielle Ressourcen. Und hier beißt sich die Katze wieder mal in den Schwanz: diejenigen, die über die entsprechenden Mittel verfügen, gehören absehbarerweise zu den durch die GEMA-Strukturen Priviligierten - und werden sich kaum selber den Ast absägen, auf dem sie sitzen…

Somit bleibt die Hoffnung, daß die im letzten Juli mit überwältigender Beteiligung beim deutschen Bundestag eingereichte Petition, die sich immer noch “in der parlamentarischen Prüfung” befindet, zu einer eingehenden Untersuchung und nötigenfalls Regulierung der GEMA führt. Angesichts der derzeitigen (verfilzten, von Interessengruppen beeinflußten und in meinen Augen total korrupten) politischen Gefüge halte ich das aber für eher unwahrscheinlich.

Verbleibt also nur noch der Appell an alle angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder, ihre Mitgliedschaft angesichts dieser Umstände (und mit Blick auf die Relation zwischen dem, was sie der GEMA zahlen und dem, was sie ausgezahlt bekommen) noch einmal gründlich zu überdenken. Und auszutreten.
Denn: was haben wir von einer Verwertungsgesellschaft, die uns unsere Rechte nimmt anstatt sie zu schützen?

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Ich scharre mit den Hufen…

12. Januar, 2010 @ 22:34 | FAWM, Liederschreibseln |

… denn bald in absehbarer Zeit ist Februar:
fawmbanner_425.jpg

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Am Arber…

6. Januar, 2010 @ 18:15 | Persönliches |

… lag Schnee. Nicht so viel wie im letzten Jahr, aber absolut genug für gepflegtes Pistenflitzen.

Fast schon auf dem Gipfel

(Klick auf’s Bild => noch mehr Bilder)

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Segen

1. Januar, 2010 @ 00:01 | Allgemein, Persönliches |

May love and laughter light your days,
and warm your heart and home.
May good and faithful friends be yours,
wherever you may roam.
May peace and plenty bless your world
with joy that long endures.
May all life’s passing seasons
bring the best to you and yours!

(Aus Irland)

Rund
(Und 2010 wird eine runde Sache…)

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Mehr Licht!

21. Dezember, 2009 @ 18:16 | Persönliches |

Ab morgen! Versprochen!

Julfeuer 2009

Begin again where it begun…

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To be or Biometrie?

14. Dezember, 2009 @ 12:49 | Öffentliche Ärgernisse |

Ab 1.11.2010 sollen jetzt also diese Hundechips für Menschen neuen biometrischen und auch noch mit RFID verschandelten Ausweise eingeführt werden. So was will ich gar überhaupt nicht haben.

Ab 11.11.2010 ist es wieder möglich, Künstlernamen in den Perso eintragen zu lassen. Das brauche ich ganz dringend, sonst kann ich nicht mal meine Päckchen von der Post abholen.

Und was nun?

Ich bin, sehr gelinde gesagt, stinksauer.
Was ist das für ein Staat, der seine Bürger unter Generalverdacht stellt?
Was ist das für ein Staat, der Künstler-Sein als irrelevant für die Identität der Kulturschaffenden wie auch der allgemeinen Öffentlichkeit wertet (das gedankenlose Abschaffen der Künstlernamen im Perso ist dafür ebenso ein Symptom wie die rasche Zurücknahme dieses Blödsinns auf Betreiben einer einzigen (!) Abgeordneten, siehe Link oben).

Und es steht zu befürchten, daß es den meisten Bürgern doch wieder egal ist, nach dem ebenso fadenscheinigen wie irrigen Motto “können wir eh nix machen” bzw. “wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten”…

Daß letzteres falsch ist, wußte schon Martin Niemöller. Und mit ersterem will ich mich nicht zufriedengeben. Es muß doch noch andere KünstlerInnen (oder Ordensleute, die betrifft das nämlich auch!) geben, die gerne korrekt benamst und so lange wie möglich biometriefrei sein wollen…

Meine heimliche Hoffnung ist ja, daß das ALLE wollen. Ich koche mir jetzt einen Baldriantee und sinke in wildwuchernde Träume. Was sehe ich da in Technicolor? Geröstete RFID-Chips? In Aschenbechern und Öltonnen flackernde Ausweise? Findige Juristen, die Musterprozesse aufrollen? Straßen voller Demonstranten? Demokratie? Ja wirklich, Demokratie?

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Imagine…

8. Dezember, 2009 @ 20:24 | Kultur & Kontext |

… all the people living for today…

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Wichtelei

7. Dezember, 2009 @ 13:52 | Persönliches |

wichtel09

Der Engel hockt in nachdenklicher Gelassenheit auf einem der wenigen Bücher von Galsan Tschinag, das ich überhaupt noch nicht kenne. Im Winter, so sinniert er, wachsen keine Blumen. Bevor aber die Schwermut darüber allzu groß wird, gibt’s den Frühling aus der Dose. Gänseblümchen natürlich, kleine Sonnen. Während der langen Nächte, in denen die große Sonne sich auf der anderen Seite der Erde ausruht, kommt Licht von einer Kerze, deren Farben von Sommer erzählen. Und damit die Endorphinausschüttung komplett ist, verordnet der Weihnachtswichtel eine Dosis Plätzchen.
“Handle with care”. Das werd’ ich machen, besonders in den kommenden Tagen, die absehbar hektisch werden…
Danke, liebe Wichtelin Meg, für die wunderschöne und herzerwärmende Überraschung! Und Dank an die Chikatze für die tolle Organisation!

:-)

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An die Arbeit!

1. Dezember, 2009 @ 11:05 | Kultur & Kontext |

Nicht nur heute.

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