Karan

… supersonic butterfly

Skiiiifoahr’n!

6. Januar, 2009 @ 20:41 | Persönliches |

Vor 26 Jahren (!) bin ich das letzte Mal auf Skiern gestanden. Seitdem hatte ich weder Zeit, Geld noch Gelegenheit, es wieder auszuprobieren. Bis ich an diesem Wochenende einem familiären Ruf in den Bayerischen Wald folgte. Und bereits am ersten Hang feststellen durfte: ich kann es noch. Sogar die schwierigen Pisten. Das Gedächtnis der Körperzellen ist offenbar viel besser als das des Kopfes. Das ist ein Gefühl! Fast wie Fliegen. Geniaaaaal!

Seit den späten 70er/frühen 80er Jahren hat sich aber einiges auf den Pisten und beim Zubehör getan.

Klamotten:
Ja, sie sind vom Discounter. Aber so funktional, daß sie etliche Saisons durchhalten werden. Besonders der schmale Rucksack, den ich auch beim Radfahren verwenden kann, ist toll im Vergleich zu meinem alten, ständig rutschenden Wimmerl, das sowieso längst kaputt ist. Und die Handschuhe: Fäustlinge mit ganz dünnen Unterhandschuhen. Kalte Hände ade!

Schuhe:
Die Gabe einer lieben Freundin, der sie an den Waden zu eng waren. Sind sie mir auch, ein bißchen. Aber erst am 2. Tag. ;-)
Und sie tun’s. Werden mit Freude weiterbenutzt.

Stöcke:
Natürlich meine geliebten Teleskopstöcke von ca. 1980. Die modernen Stöcke sind viel leichter und haben klitzekleine Teller. Schauen eigentlich alle gleich aus. Ich bleibe gerne bei den alten Teilen - die einzigen Dinge meiner Uralt-Ausrüstung, die noch benutzbar waren.

Skier:
Zugegeben, der Gedanke, mich auf kurze Löffelbisquits zu stellen, war erst mal gewöhnungsbedürftig. Aber meine alten, abgewetzten Brettl hatten eine ähnliche Länge gehabt. Das neue Material verhält sich auf der Piste aber völlig anders. Carving-Ski sind extrem drehfreudig, jedoch bei Tempo etwas flatteriger als die schmaleren, geraden aus den 70ern (das kann aber auch daran gelegen haben, daß die Leihski eher für Anfänger gedacht waren und nicht für schnelle Geschwindigkeiten) . Die Eisgriffigkeit war aber bei jedem Tempo gut.
Ich habe Lust, verschiedene Längen und Macharten durchzuprobieren (Geht ja problemlos bei Skiverleihen). Carving-Ski sind insgesamt deutlich angenehmer zu fahren als das alte Material. Einziger Nachteil: Wedeln geht nicht mehr so gut. Die Beinhaltung ist breiter als früher. Einige wenige Leute waren noch mit alten, langen Brettern auf der Piste, das schaut schon eleganter aus. Aber was soll’s: mehr Spaß macht’s jetzt allemal!

Helm:
Hätte ich früher niiiie aufgesetzt! (Da fuhr ich in Jethose, Parka und Palituch.)
Testurteil: Super. Mit Stirnband darunter viel wärmer als Mütze. Und besserer Halt für die Skibrille, die mir damals immer gern von der Nase rutschte.

Lifte:
Alles geht schneller und leichter. 6-er Sessellifte mit bequemem Ausstieg. Es gab auch eine “Paternoster”-Gondel, in die man einfach während der Fahrt ein-und aussteigt.
Durch die flotteren Lifte gab es zumindest am Arber keine längeren Wartezeiten und kein Gedrängel. Wie das in anderen Skigebieten ist, weiß ich natürlich nicht.

Snowboarder:
Sitzen oft in Horden mitten auf der Piste rum, vollziehen gerne unberechenbare Wendemanöver, müssen in höchst uneleganter Haltung, mit den Bügeln zwischen den Beinen, die Schlepplifte benutzen, stürzen häufig und spektakulär. Meins is’ des ned. ;-)

Fazit:
Ich will wieder.
Nicht um jeden Preis. Auf braune Hänge, die nur um des Profits willen freigegeben werden und hinterher völlig kaputt sind, hab ich keine Lust.
Aber wenn die Schneelage so gut ist wie in diesen Tagen und sich eine Gelegenheit ergibt: sehr gerne!

Skifahren

 


RSS-Feed für die Kommentare dieses Artikels

17 Responses to “Skiiiifoahr’n!”

  1. Bodecea Says:

    Ich erinnere mich noch mit Grausen an meine Schulfreizeit im Schnee, als ich 13 war. Alle sadistischen Sportlehrer auf einen Haufen, und wir ihnen ausgelierfert. *schauder*

  2. Karan Says:

    Oh das ist ein Jammer, daß Du da solch ein Pech mit den Lehrern hattest. Für mich war das damals ein Riesenspaß und der einzige Triumph in meiner ansonsten von konsequenter Unsportlichkeit gekennzeichneten Jugend. ;-)
    (Was haben wir da abseits der legalen Pisten für Dinger gedreht, und der Lehrer immer mit dabei, dumeinegüte!)

  3. thursa Says:

    Die Skifreizeit in der 8. Klasse war ein Tiefpunkt meiner frustrierenden Schulsportkarriere (wären die Ballettstunden nicht gewesen, Schulsport hätte mir die Freude an Bewegung nachhaltig verdorben), aber so ganz streßbefreit in meinem eigenen Tempo würde ich das durchaus auch nochmal probieren wollen.

  4. Karan Says:

    Was sich für Neu- und Späteinsteiger in jedem Fall lohnt, ist ein Skikurs (gibt es auch tageweise). Ich konnte sehen, was zwei Anfänger da nach zwei Tagen drauf hatten - beeindruckend!

  5. MartinM Says:

    Interessieren täte es mich “alten Sack” schon. Aber da meine Knie nicht die Besten sind, suche ich mir besser eine andere (Winter-)Sportart als ausgerechnet Abfahrtslauf - der Sport neben Fußball, der die meisten Knieverletzungen nach sich zieht.

    Langlauf ginge, und ich kann es sogar .- bzw. konnte es mal. Könnte sich lohnen, auszuprobieren, ob ich’s noch kann … wer spendiert mir einen Winterurlaub?

  6. Karan Says:

    Fast ginge das hier schon. Die Schneedecke ist noch ein wenig dünn. Aber ein paar Langlaufbrettl lassen sich bestimmt irgendwo auftreiben. Und zur Minute beginnt es zu schneien… ;-)

    Wie schaut’s denn im Norden aus? Mit Skiern quer übern Strand, das wäre ja auch was!

  7. Eibensang Says:

    Hihi, diese “Bisquits” sind ja tatsächlich nur unwesentlich länger als meine normalen Schuhe…! :-)

    Aber der Helm kommt echt knallkörpermäßig: Als junger Kerl hatte ich mal Comics, da haben Aliens aus solchen Brillenhelmen mit Blitzen geschossen…

    Gute Fahrt!

  8. MartinM Says:

    Nein, fürs Schilaufen liegt bei uns definitiv nicht genug Schnee, und es ist Tauwetter angekündigt.

  9. Michael Says:

    Ich glaub’ jetzt hast Du mich angesteckt ;-)

  10. Karan Says:

    Höhö. :-)

  11. Dee Says:

    Also bei uns geht Langlaufen auf jeden Fall, es sind sogar Loiben gespurt, aber ich hab keine Langlaufbrettln, wenn Du sie mitbringst, dann bist eingeladen ;-)

  12. MartinM Says:

    Gemein - sogar in der Syrischen Wüste liegt Schnee - nur in Norddeutschland wieder mal nicht ….

  13. Sonja Says:

    Liebe Karan!

    Im Bayerischen Wald warst Du!? Wo denn :-) Ich bin auch schon ewig nicht mehr Ski gefahren.

    Da hätten wir uns fast auf nen Kaffee treffen könne.

    Herzliche Grüße,
    Sonja aus Passau (fast bayerischer Wald)

  14. Karan Says:

    Huhu Sonja,

    ich war am Arber, denn da lag eine vernünftige Menge Schnee.

    Von Passau aus ist das ja echt ein Katzensprung. Da tät’ ich an Deiner Stelle die Ski mal wieder aus dem Keller holen… :-)

  15. Sonja Says:

    *grins* vielleicht mach ich das auch. Dein post hat mir Mut gemacht, ich dachte, das ich das nie im Leben mehr kann.

    Erinnerst Du Dich noch an den schönen Abend bei Bodecea? Muss oft dran denken und bin noch immer dran mal wen verantwortlichen wegen des Pfingst-Open-Airs zu finden. Aber der, von dem ich dachte der organisiert das, war es leider nicht :-(

    LG,
    Sonja

  16. Karan Says:

    Na klar erinner’ ich mich! :-)

    Und ich hätte auch nienimmernicht gedacht, daß das gutgeht auf der Piste… aber es war wirklich so, als hätte ich nie pausiert. Go for it!

    (Vielleicht findest Du die Festival-Connection ja doch noch. Wir spielen aber gerne auch irgendwo anders in Passau und drumrum… :-D )

  17. » Karan - Am Arber… @ Karan Says:

    [...] lag Schnee. Nicht so viel wie im letzten Jahr, aber absolut genug für gepflegtes [...]

Leave a Reply