Als ich „Sophies Lied“ im Gedenken an Sophie Scholl und die anderen Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“ anlässlich ihres 70. Todestages schrieb, ahnte ich nicht, wie bedrückend aktuell der von Originalzitaten inspirierte Text werden und bleiben sollte.

Heute, am 9. Mai 2017, wäre Sophie Scholl 96 Jahre alt geworden.  Gesetzt den Fall sie hätte dieses gesegnete Alter erreicht – was würde sie uns heute erzählen? Wie hätte sie ihr Leben gestaltet?
Manchmal wünsche ich mir, einen Blick in das Paralleluniversum werfen zu können, in dem die schauerliche Nazi-Zeit niemals stattgefunden hat. Unsere Welt wäre um viele wunderbare Menschen reicher, auch um die großartige jüdische Kultur in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Aber da ich nun einmal in dieser Welt und Zeit lebe, darf und will ich die Augen nicht verschließen: weder vor den Lehren der Geschichte, noch vor den Erfordernissen der Gegenwart.

Ich muss mich deswegen aber nicht an dem täglichen Wahnsinn in den Nachrichten aufreiben. Es genügt, wenn ich wachsam bleibe und menschenfeindlichen Äußerungen und Geschehnissen in meiner unmittelbaren Umgebung die Stirn biete, so gut ich kann.

Wenn wir alle das tun, wenn wir den Mantel der Gleichgültigkeit zerreißen und erkennen, dass unser Gefühl der Ohnmacht eine kraftraubende Illusion ist, dann werden die Schatten schwinden. Innen wie außen.

Ach ja, wenn Euch das Foto mit dem Text gefällt und Ihr es irgendwo teilen möchtet, dann dürft Ihr es gerne mitnehmen. 🙂

 

Wir zerreißen den Mantel der Gleichgültigkeit …